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Wir haben 6 Gäste online| Wasser testen...eine Übersicht |
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Die Qualität des Wassers ist Grundlage für die erfolgreiche Pflege von Aquarien- und Teichfischen. Daher sollten die wichtigsten Wasserwerte regelmäßig geprüft und eingesteift werden.
Handelsübliche Flüssigtests sind in ihrer Genauigkeit und Lagerfähigkeit den Teststäbchen überlegen. Keine Angst Man muß kein Chemiker sein, um die Tests anzuwenden! Die Durchführung gelingt auch unerfahrenen Aquarianern ohne Probleme. Welche Wasserwerte sind für die Aquarien- bzw. Teichpflege besonders relevant? ![]() Hier leben unsere FischeAuskunft darüber, wie sauer oder basisch (alkalisch) das Wasser ist, gibt der pH-Wert. Die rechnerischen Grundlagen, nach denen er definiert ist, wollen wir Ihnen hier ersparen und beschränken uns auf praktische Aspekte. Wasser mit einem pH-Wert von 7 bezeichnet man als neutral; saure und basische Teilchen heben sich in ihrer Wirkung gegenseitig auf. Liegt der pH-Wert unter 7, ist das Wasser sauer - und zwar um so stärker, je weiter der pH-Wert von 7 entfernt ist. Hier tritt eine Besonderheit des pH-Wertes zutage: Eine Senkung des pH-Wertes um eine Einheit entspricht einer Verzehnfachung der Säurekonzentration, bei zwei Einheiten beträgt der Faktor bereits zehnmal zehn = einhundert! Wasser mit einem pH-Wert von 5 ist also einhundertmal so sauer wie Wasser mit pH 7. Ähnlich sieht es bei alkalischem (basischem) Wasser mit pH-Werten über 7 aus: Je weiter der pH-Wert von 7 entfernt liegt, desto stärker alkalisch ist das Wasser. Auch in dieser Richtung gilt: Eine Veränderung um eine einzige pH-Einheit bedeutet zehnmal soviel Basen. Wo liegen die Grenzen für die Pflege von Fischen? Fische bevorzugen unterschiedliche Wasserwerte, je nachdem, von wo sie stammen. Relativ einheitlich sind die Bedingungen im Meerwasser: Praktisch alle warmen und tropischen Meere, aus denen die in Meerwasseraquarien gepflegten Lebewesen stammen, haben einen fast konstanten pH-Wert um 8,3. Das Wasser ist also (schwach) alkalisch. Süßwasser hingegen ist in der Natur einer viel größeren Schwankungsbreite unterworfen, und dieser Umstand ist bei der Pflege eines Süßwasseraquariums zu berücksichtigen. Fische aus Südamerika, Westafrika und Süd- bzw. Südostasien bevorzugen praktisch ausnahmslos schwach saures Wasser mit pH-Werten um 6,5. Zu dieser Gruppe gehören fast alle Salmier (Südamerika, wenige Arten aus Westafrika), viele Buntbarsche (Diskus, Skalar, Zwergbuntbarsche), Welse (mit Ausnahme einiger Arten aus Ostafrika), Barben und Schmerlen (fast ausnahmslos aus Asien). Die größtenteils aus Mittelamerika stammenden Lebendgebärenden Zahnkarpfen (z.B. Guppy, Platy, Schwertträger) bevorzugen neutrales bis schwach alkalisches Wasser (pH 7,5 - 8). Hierbei ist jedoch besonders auffällig, daß z.B. der Guppy eine sehr große Anpassungsfähigkeit hat, die es ihm auch in der Natur ermöglicht, weiches, saures Wasser zu besiedeln. Alkalisches Wasser (pH 8,5-9) wird von den Buntbarschen (und einigen Welsen) der großen ostafrikanischen Seen (Malawi-, Tanganjika- und Viktoriasee) bewohnt Diese Fische haben sich im Lauf der Evolution an die recht konstanten Bedingungen in den Seen angepaßt und fühlen sich in saurem Wasser nicht wohl. Sie sollten deshalb auf keinen Fall mit südamerikanischen Fischen vergesellschaftet werden - die Wasseransprüche sind einfach zu unterschiedlich, als daß sich alle Fische dabei wohlfühlen können. Sie sehen also: Wasser ist nicht gleich Wasser! Um Ihren Aquarienfischen die richtigen Bedingungen zu bieten, sollte das Wasser also regelmäßig überprüft und ggf. eingestellt werden. Wasserhärte - was verbirgt sich dahinter? vWenn von "hartem" oder "weichem" Wasser im allgemeinen Sprachgebrauch die Rede ist, ist immer die sogenannte "Gesamthärte" gemeint. Sie wird gemessen in "Grad deutscher Gesamthärte" (°dgH). Sie kann im Aquarium - etwas vereinfacht - als Gesamtmenge an Calcium- und Magnesiumionen betrachtet werden. Wasser mit einer niedrigen Gesamthärte ist meistens gleichzeitig auch sauer, obwohl hier, entgegen einer weit verbreiteten Meinung, kein direkter Zusammenhang besteht. Der sera gH-TestGenerell läßt sich sagen: Fische aus Südamerika, Asien und Westafrika bevorzugen weiches Wasser mit einer Gesamthärte bis etwa 10 dgH. In Aquarien für lebendgebärende Zahnkarpfen und ostafrikanische Fische sollte die Gesamthärte höher, um 15-20 dgH, liegen. Im Handel sind sehr einfach anzuwendende Tropftests erhältlich: Zur Wasserprobe im Meßgefäß wird das Testreagenz tropfenweise zugefügt, bis die Farbe umschlägt. Jeder Tropfen entspricht dann einem Grad Gesamthärte. Es gibt jedoch noch weitere Härtekriterien, von denen im Aquarienbereich die "Karbonathärte" mit Abstand die wichtigste ist. Sie erfüllt eine wichtige Aufgabe, indem sie den pH-Wert stabilisiert und damit die Aquarienpflege überhaupt erst ermöglicht. Gemessen wird sie, analog zur Gesamthärte, in "Grad deutscher Karbonathärte" (°dkH) Für die allermeisten Aquarientypen sind kH-Werte zwischen 5 und 10 dkH ideal. Ausnahmen sind Spezialaquarien, beispielsweise für die Zucht von Diskusfischen oder manchen Salmierarten, in denen die Gesamt- und Karbonathärte sehr niedrig liegen. Die Karbonathärte sinkt im Lauf der Zeit ab. Beim biologischen Abbau von Stickstoffverbindungen entsteht Säure, die die Karbonathärte senkt. Das ist ein völlig natürlicher Prozeß, der auch bei vorbildlicher Pflege in jedem Aquarium abläuft. Hinzu kommt, daß die Pflanzen tagsüber Kohlendioxid (C02) aufnehmen. Ist die Kohlendioxidversorgung im Aquarium nicht ausreichend, weil z.B. in einem stark bepflanzten Aquarium keine C02-Düngeanlage installiert ist, entziehen die Pflanzen der Karbonathärte gebundenes Kohlendioxid und senken sie dadurch ebenfalls. Die Karbonathärte sollte deshalb regelmäßig mit einem entsprechenden Wassertest kontrolliert werden. Auch hier ist die Anwendung denkbar einfach: Die Wasserprobe wird tropfenweise mit dem Testreagenz versetzt, bis die Farbe umschlägt. Die Anzahl der Tropfen entspricht der Karbonathärte in dkH. Wenn die Karbonathärte unter 5 dkH sinkt, sollte sie unbedingt mit einem kH-erhöhenden Wasseraufbereiter (Fachhandel) erhöht werden. Die Schadstoffe Die wichtigsten im Wasser auftretenden Schadstoffe sind die verschiedenen Stufen des Stickstoffkreislaufs (Ammonium, Nitrit und Nitrat) sowie Phosphat und Kupfer. Futterreste, Ausscheidungen der Fische und andere organische Abfälle enthalten Eiweißstoffe, aus denen durch biologischen Abbau Ammonium bzw. Ammoniak entsteht. Das Verhältnis von Ammonium zu Ammoniak hängt vom pH-Wert ab. Der pH-Wert Wasserwerte wie in natürlichen Fließgewässern sind im Aquarium kaum herstellbar, sie sollten aber das Ziel der optimalen Wasserbeschaffenheit darstellen.Bei ,,sauren" pH-Werten, also Werten unter pH 7, liegt ausschließlich Ammonium vor, es ist praktisch harmlos und dient als Pflanzennährstoff. Ammoniak ist hingegen ein starkes Gift, das Fische bereits in Konzentrationen von 0,2 mg/l stark schädigt.Handelsübliche Tests beruhen auf einer Farbreaktion. Nach Zugabe der Testreagenzien bildet sich, je nach Ammoniumkonzentration, eine mehr oder weniger intensive Farbe aus, die mit der beiliegenden Farbskala verglichen wird. Die Tests messen den Gesamtgehalt an Ammonium und Ammoniak, aus dem dann unter Berücksichtigung des pH-Wertes die Konzentration an giftigem Ammoniak bestimmt werden kann. Das Ammonium Achten Sie beim Erwerb eines Ammonium-Tests unbedingt darauf, daß eine entsprechende Umrechnungstabelle beiliegt! Ammonium führt in gut ,,eingefahrenen" Süßwasseraquarien mit schwach saurem Wasser selten zu Problemen. Anders sieht es in Aquarien für ostafrikanische Buntbarsche sowie Meerwasseraquarien aus: Durch den hohen pH-Wert wird stets ein gewisser Prozentsatz des Ammoniums zu Ammoniak umgewandelt, so daß bei nicht optimal funktionierendem biologischen Abbau des Ammoniums eine latente Vergiftungsgefahr besteht. Bei hohen Ammoniumkonzentrationen helfen ein sofortiger Teilwasserwechsel sowie eine pH-Senkung. Dann sind die Ursachen für den unvollständigen Ammoniumabbau (meist Schädigung der Filterbakterien oder zu frühes Einsetzen von Fischen in ein neu eingerichtetes Aquarium) herauszufinden und zu beseitigen. Das Nitrit Der sera Nitrit-TestAmmonium wird biologisch zu Nitrit umgesetzt, das ebenfalls ein starkes Gift für Fische ist. Nitrit reichert sich nur dann an, wenn der biologische Kreislauf im Aquarium gestört oder noch nicht richtig aktiv ist. Fischverluste in neu eingerichteten Aquarien, bei denen der Besitzer nicht die Geduld für die biologische Aktivierung hatte und auch keine Biostarter auf bakterieller Basis angewandt wurden, beruhen fast immer auf einer Nitritvergiftung. Deshalb sollte der Nitritgehalt bei neu eingerichteten Aquarien (vor dem Einsetzen von Fischen!) sowie nach Behandlungen mit antibakteriellen Heilmitteln überprüft werden. Das Testprinzip beruht auf einer Farbreaktion des Nitrits mit den zugefügten Reagenzien. Die Farbintensität wird dann mit der Farbskala, die dem Test beiliegt, verglichen. Einzuleitende Sofortmaßnahmen bei Nitritwerten über 0,3 mg/l sind ein Teilwasserwechsel sowie die Anwendung eines Biostarters (z.B. sera nitrivec). In biologisch intakten Aquarien ist Nitrit nicht nachweisbar, weil es -wiederum von Bakterien - zum Nitrat oxidiert wird. Nitrat wirkt im Süßwasseraquarium erst ab ca. 50 mg/l schädlich auf die meisten Fische. (Manche Fischarten, z.B. ostafrikanische Cichliden, vertragen sogar wesentlich höhere Nitratkonzentrationen ohne erkennbare Schäden - das ist jedoch kein Grund, sie nachlässig zu pflegen!). Im Seewasser treten Probleme, besonders mit Niederen Tieren, schon bei wesentlich geringeren Werten (ab ca. 20 mg/l) auf. Nitrat fördert das Algenwachstum sehr stark und stellt zusammen mit Phosphat die Hauptursache für Algenprobleme dar. Daher sollte der Nitratgehalt regelmäßig überprüft werden. Wie beim Nitrit-Test basiert die Bestimmung auf einer Farbreaktion, deren Intensität mit einer Farbskala verglichen wird. Achten Sie darauf, daß in der Gebrauchsinformation des Tests die Möglichkeit der Probenverdünnung erläutert wird, damit Sie präzise Meßergebnisse über einen weiten Meßbereich hinweg erhalten. Das Nitrat Der sera Nitrat-TestZur Senkung des Nitratwertes gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein regelmäßig durchgeführter Teilwasserwechsel mit nitratfreiem Wasser hilft, die Nitratkonzentration im Aquarium niedrig zu halten. Unser Tipp: Testen Sie auch Ihr Leitungswasser! Bis zu 50 mg/I sind vom Gesetzgeber erlaubt! Wenn Ihr Leitungswasser stark belastet ist, verwenden Sie lieber entsalztes Wasser (Osmose oder lonenaustausch), das mit einer entsprechenden Salzmischung aufbereitet ist! Fischbesatz. Füttern Sie nur soviel, wie die Fische in wenigen Minuten fressen, und setzen Sie nicht zu viele Fische in das Aquarium ein. Phosphat Ein weiterer algenfördernder Schadstoff im Wasser ist Phosphat, das sich vor allem bei Überfütterung oder der Verwendung minderwertigen Futters anreichert. ,,Wasserenthärtungsmittel" auf Polyphosphatbasis werden allmählich durch Bakterien abgebaut und erhöhen dann ebenfalls den Phosphatgehalt - mitunter drastisch. Die Folge sind massive Algenprobleme. Der Phosphatgehalt läßt sich einfach mit einem handelsüblichen Phosphattest messen, der den Phosphatwert durch eine konzentrationsabhängige Blaufärbung anzeigt. Werte über 1 mg/l (Seewasser 0,1 mg/l) sind in jedem Fall bedenklich. Zur Senkung des Phosphatgehaltes empfehlen sich regelmäßige Teilwasserwechsel sowie das Einsetzen schnellwüchsiger Pflanzen. Unser Tip: Überprüfen Sie auch Ihr Leitungswasser sowie Aufbereitungsmittel und Pflanzendünger. Wenn diese Phosphat enthalten (Blaufärbung des Tests) sollten Sie im Interesse Ihres Aquariums andere Produkte verwenden! Kupfer Kupfer ist ein Schwermetall, das sich aus den Wasserleitungen (auch Messing enthält Kupfer!) löst. Es ist für Fische und Mikroorganismen sehr giftig. Leitungswasser sollte deshalb immer aufbereitet werden. Hochwertige Wasseraufbereiter enthalten schwermetallbindende Stoffe (sog. Chelatoren), die die Fische vor einer Vergiftung schützen. Zur Kontrolle des Kupfergehalts bieten sich entsprechende Tests an, bei denen die Konzentration des Kupfers durch eine Farbreaktion angezeigt wird. Diese Tests sind außerdem unerläßlich, um bei der Anwendung kupferhaltiger Heilmittel die richtige Konzentration einzustellen und zu kontrollieren. Text und Bilder stammen von sera. |



