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Die Luft, die wir atmen, enthält etwa 21 % Sauerstoff und 78 % Stickstoff. Das restliche Prozent besteht zum größten Teil aus dem Edelgas Argon; Kohlendioxid (C02) macht dagegen mit 0,03 % nur einen sehr geringen Anteil aus. Kein anderes Gas spielt eine derart wichtige Rolle im Aquarium wie Sauerstoff. Ohne Sauerstoff wäre die Pflege eines Aquariums schlicht unmöglich. Sauerstoff ist das einzige Gas, das die Atmung der Tiere unterstützt und  die zahlreichen Oxidations- und Verbrennungsvorgänge im Inneren der Körperzellen ermöglicht. Der Name ,,Sauerstoff" beruht auf einem historischen Irrtum: Chemiker früherer Jahrhunderte glaubten, dass Sauerstoff Bestandteil jeder Säure sei und benannten das Element entsprechend. Die Annahme stellte sich im Nachhinein als nicht richtig heraus - es gibt auch sauerstofffreie Säuren. Im Grunde trägt der Sauerstoff also einen falschen Namen, der jedoch unverändert beibehalten wurde.

 
Welche Aufgaben erfüllt Sauerstoff im Aquarium?

Zunächst denkt man unweigerlich an die Atmung der Fische, und dies stellt natürlich in der Tat eine Hauptaufgabe des Sauerstoffs im Aquarium dar. Die Sauerstoffansprüche der einzelnen Fischarten sind je nach Herkunft sehr unterschiedlich. Arten aus warmem, langsam fließenden oder stehenden Gewässern kommen mit sehr viel weniger Sauerstoff aus als z.B. Fische aus schnell fließenden Bächen oder den ufernahen Brandungszonen. Manche Fische aus extrem sauerstoffarmen Zonen haben Methoden entwickelt, zusätzlich Luft zu atmen. In der Aquaristik bekannt sind vor allem Labyrinthfische sowie Panzerwelse. Während Labyrinthfische die Luft über ein spezielles Atemorgan, das so genannte Labyrinth, atmen, nehmen Panzerwelse den Luftsauerstoff über den Dickdarm auf. Es ist völlig normal, dass diese Fische auch in sauerstoffreichem Wasser regelmäßig zur Oberfläche schwimmen und dort Luft atmen. Die Atmung der Fische ist jedoch nur ein Aspekt. Ebenso wichtig ist Sauerstoff zum Abbau aller organischen Abfallstoffe im Aquarium. Dazu gehören beispielsweise Fischausscheidungen, abgestorbene Pflanzenteile, nicht beseitigte Futterreste usw. Der Abbau organischer Abfälle wird hauptsächlich von Bakterien und anderen Mikroorganismen übernommen. Die Mikroorganismen nehmen diese Stoffe als Nahrung auf und oxidieren sie durch Sauerstoff, wobei unschädliche (z.B. Kohlendioxid) oder zumindest relativ harmlose (z.B. Nitrat) Abbauprodukte entstehen.

 
Der Sauerstoffgehalt im Wasser hängt von verschiedenen Faktoren ab

Der Fischbesatz wirkt sich gleich mehrfach auf den Sauerstoffgehalt des Wassers aus: Einerseits hängt der Sauerstoffverbrauch direkt von Art, Anzahl und Größe der Fische ab - andererseits verbrauchen mehr bzw. größere Fische auch mehr Futter, was sich in der abzubauenden Schadstoffmenge widerspiegelt. Auch die Pflanzen tragen zur Sauerstoffversorgung des Aquariums bei - ein Grund mehr, auf Plastikpflanzen zu verzichten und echte, lebende Pflanzen einzusetzen! Die erzeugte Sauerstoffmenge hängt stark von der Art der Pflanzen ab. Generell lässt sich sagen, dass schnell wachsende Pflanzen mit hellgrünen Blättern mehr Sauerstoff liefern als langsam wachsende Pflanzen mit dunkelgrünen Blättern. Ein nicht zu unterschätzender Anteil des Sauerstoffs wird über die Wasseroberfläche aus der Luft aufgenommen. Hohe und schmale Aquarien sind daher unter dem Gesichtspunkt der Sauerstoffaufnahme ungünstiger als breite und flache. Oberflächenbewegung erzeugt Wellen und vergrößert damit die Oberfläche, so dass die Sauerstoffaufnahme beschleunigt wird. Einen ähnlichen, wenn auch schwächeren, Effekt zeigen Luftausströmer. Die Luftblasen verweilen nur sehr kurz im Wasser und erreichen in maximal ein bis zwei Sekunden die Oberfläche. In dieser kurzen Zeit löst sich nur wenig Sauerstoff im Wasser. Immerhin wird auch die Oberfläche bewegt, was wiederum die Sauerstoffaufnahme aus der Luft beschleunigt. Es ist wichtig, dass die Oberfläche nicht mit einem Film aus Mikroorganismen (Kahmhaut) belegt ist, da diese Schicht die Sauerstoffaufnahme erheblich erschwert. Ebenso darf die Abdeckung nicht zu dicht schließen, damit die Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird. Angemessene Umwälzung durch den Biofilter bzw. eine entsprechend dimensionierte Unterwasserpumpe sorgt dafür, dass der Sauerstoff sich gleichmäßig im Aquarium verteilt. Einen wesentlichen Einfluss auf die Sauerstoffkonzentration im Wasser hat die Temperatur: Je höher die Temperatur ist, desto weniger Sauerstoff löst sich im Wasser. Während die Sättigungskonzentration (die maximal gelöste Menge) bei 0°C über 14 mg/l beträgt, sinkt sie bereits bei 20°C auf etwas über 9 mg/l. Bei üblichen Aquarientemperaturen um 25°C sind nur noch gut 8 mg/l Sauerstoff gelöst - immer vorausgesetzt, dass das Wasser sauber und das Aquarium maßvoll besetzt ist.

 

Der Sauerstoffgehalt sollte regelmäßig gemessen werden

Für die Pflege von Fischen sollte das Wasser mindestens 4 mg/l Sauerstoff enthalten. Ein höherer Sauerstoffgehalt ist jedoch von Vorteil, in Einzelfällen sogar Voraussetzung, beispielsweise für die Pflege besonders sauerstoffbedürftiger Arten. Der Sauerstoffgehalt des Wassers lässt sich z.B. mit dem sera Sauerstoff-Test einfach und bequem bestimmen. Anhand einer einfach abzulesenden Farbskala kann der aktuelle Sauerstoffgehalt des Aquarienwassers in Sekundenschnelle abgelesen werden. Wenn die Messung einen zu niedrigen Sauerstoffgehalt ergibt, sollten die vorgenannten Faktoren überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. In akuten Fällen, wenn die Fische sehr heftig atmen oder an der Oberfläche nach Luft schnappen, wird sera oxypur einfach auf die Oberfläche gestreut. Durch die besondere Wirkstoffkombination gibt sera oxypur den Sauerstoff sofort sowie mit Langzeitwirkung ab, so dass auch die Selbstreinigungskraft des Aquariums nachhaltig unterstützt wird.