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Wir haben 6 Gäste online| Dekorative Aquarien |
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von Dieter Untergasser Ein Aquarium dekorativ einzurichten ist nicht schwer, wenn man vorher einige Überlegungen anstellt. Wer allerdings ohne Planung ein Aquarium aufstellt, dekoriert und besetzt, wird in der Folgezeit nicht viel Freude daran haben. Auch in einem Garten werden Bäume, Büsche und Blumen nicht wahllos durcheinander gepflanzt; ebenso muß auch das Aquarium als künstliches Biotop und Lebensraum der Fische geplant werden. Zuerst sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Fischarten man pflegen möchte. ![]() Danach richtet sich die Größe des Aquariums und wie es zu gestalten ist. Je größer ein Aquarium ist, desto stabiler sind die biologischen Verhältnisse, und um so weniger Wartungsarbeiten sind notwendig. Das Aquarium soll auf einem stabilen Schrank stehen, dessen Oberfläche sich nicht durchbiegt. Auf den Schrank legt man eine Hartschaumunterlage, die kleine Unebenheiten ausgleicht und verhindert, daß an der Bodenscheibe des Aquariums Spannungen auftreten, die zum Bruch führen können. Weiterhin muß der Fußboden des Standortes das hohe Gewicht tragen können. Der sera Ratgeber ,,So richte ich mein Aquarium ein" bietet bei vielen Fragen Hilfestellung. Zunächst muß man sich darüber klar werden, welcher Typ von Aquarium in den vorgesehenen Wohnraum paßt. Der Handel bietet die unterschiedlichsten Größen und Formen an, so daß sich für jede Gegebenheit und den persönlichen Geschmack etwas geeignetes finden läßt. Es gibt Unterschränke und Abdeckungen passend für nahezu jeden Einrichtungsstil. Ein elektrischer Anschluß sollte sich in der Nähe des Standortes befinden. Auch über die Art der Einrichtung muß man vorher nachdenken. Möchte man ein Gesellschaftsbecken, in dem Fische aus verschiedenen Erdteilen leben oder eventuell ein Aquarium, das einer bestimmten Region oder sogar einem speziellen Fluß nachgestaltet wird. Vielleicht interessiert es auch nur eine bestimmte Fischart in einem ihrem Heimatgewässer nachgestalteten Biotop zu pflegen, zu züchten oder ihr Verhalten zu studieren. Nachfolgend soll ein Aquarium für Lebendgebärende eingerichtet werden, das mittelamerikanischen Gewässern nachempfunden ist. Falls kein Aquarium vorhanden ist, benötigt man ein Becken mit mindestens 1 00 Litern Inhalt. Es sollte möglichst so aufgestellt werden, daß kein direktes Tageslicht einfallen kann. Man erstellt einen ungefähr maßstabsgetreuen Einrichtungsplan, in den Wurzeln, Steinaufbauten und Pflanzengruppen gezeichnet werden. Es ist wichtig, viele Pflanzen einzuplanen, da diese für ein gesundes Milieu sorgen, nützliche Bakterien fördern, Gifte binden, Sauerstoff erzeugen und Phosphate und Nitrate verbrauchen. Für den vorderen Teil plant man niedrig wachsende Pflanzen, im mittleren Bereich und im Hintergrund höher wachsende Pflanzen ein. Anhand des Plans kann man die benötigte Pflanzenmenge abschätzen und die Standorte der Wurzeln und Steine bestimmen. Bei der Auswahl der Pflanzen hilft der sera Pflanzenkatalog mit vielen Abbildungen. Guppys.- So schöne haben wir auch!Die Menge der für ein Aquarium notwendigen Pflanzen kann man durch eine leichte Berechnung ermitteln. Man multipliziert die Länge und Breite des Aquariums in Zentimetern und teilt diesen Wert durch 50. Für ein Aquarium von 80 cm Länge und 40 cm Breite braucht man demnach etwa 60 Pflanzen. Da ein Bund Stengelpflanzen zwischen 6 und 10 Stück enthält, ist das gar nicht soviel. Wer es sich leisten kann, sollte lieber mehr Pflanzen kaufen und sie dichter setzen. Im Handel werden verschiedene Pflanzenarten aus der süd- und mittelamerikanischen Region angeboten. Es ist jedoch dem individuellen Empfinden überlassen, welche Pflanzen man wählt. Ein Aquarium wirkt schöner, wenn wenig Pflanzenarten in höherer Stückzahl gepflanzt werden als wenige Stücke vieler Arten. Als Hintergrundpflanzen kommen folgende Arten in Frage: die schwarze Amazonaspflanze Echinodorus parvifiorus, das grüne Tausendbiatt Myriophyllum scabratum, die rote Cabomba Cabomba plauhynensis, das kleine Papageienblatt Alternanthera reineckii und die Wasserpest Egeria densa. Für den mittleren Bereich sind geeignet: der gelbe Froschlöffel Echinodorus cordifolius als Solitärpflanze, die spitzblättrige Ludwigie Ludwigia arcuata und das breitblättrige Pfeilkraut Sagittaria platyphylla. In den Vordergrund kann man die Zwergschwertpflanze Echinodorus quadricostatus und den Wasserrettich Amorancia aquatica pflanzen. Ist die Entscheidung für ein Pflanzensortiment gefallen, muß überlegt werden, welcher Filtertyp zum Einsatz kommen soll. Innenfilter haben den Vorteil, daß kein weiterer Platz neben oder unter dem Aquarium benötigt wird. In der Praxis haben sich Mehrkammerinnenfilter gut bewährt, da sie leicht von oben zu reinigen sind und sehr lange Standzeiten haben. Sie nehmen zwar etwas Raum im Aquarium weg, können aber, da sie zur Reinigung nicht aus dem Aquarium genommen werden müssen, an einer Seitenscheibe oder am Beckenhintergrund mit Steinaufbauten und Pflanzen dekoriert werden, so daß sie kaum auffallen. Zuerst klebt man die Halteschiene an die Aquarienscheibe. Am nächsten Tag kann der Filter darin eingehängt werden. Auch der Regelheizer findet in einer Filterkammer Platz und stört nicht im Aquarium. Als nächstes bringt man den Bodengrund ein. Zuerst schüttet man floredepot auf die Bodenscheibe und breitet es etwa einen Zentimeter hoch gleichmäßig auf der Fläche aus an der später die Pflanzen wurzeln sollen. Dieser Langzeit-Bodendünger enthält Stoffe, die für eine schnelle Wurzelbildung sorgen und bietet den Wurzeln der Pflanzen eine weiche Grundlage. Darüber hinaus versorgt er die Pflanzen in den ersten Wochen mit Nährstoffen. Auf diese Schicht gibt man nun den Kies. Er soll eine Körnung von 4 bis 6 mm haben und muß sehr gründlich ausgewaschen sein. Den gewaschenen Kies schüttet man nun sehr vorsichtig mit möglichst wenig Wasser fünf bis acht Zentimeter hoch auf das floredepot, ohne es damit zu vermischen. Der Aufbau des sera InnenfiltersNun füllt man den Filter mit den benötigten Materialien. Das Wasser durchströmt die Filterkammern von oben nach unten, fließt in der mittleren Kammer von unten zur Pumpe und wird dann in das Aquarium zurückgepumpt. In der linken äußeren Kammer befindet sich ein Oberflächenabzug. In der rechten Kammer wird das Wasser von unten eingezogen, fließt am Heizer entlang und gelangt dann mittels eines Überlaufs von oben in die Filterkammer. Um eine lange Standzeit des Filters zu erreichen, verwendet man am besten das Sinterglas siporax® als biologisches Filtermaterial. Aufgrund der porösen Struktur siedeln an und in diesem Substrat wesentlich mehr Filterbakterien als in jedem anderen Filtermaterial. Ein Liter des Materials hat eine für Bakterien besiedelbare Oberfläche, die der Größe eines Fußballfeldes entspricht. siporax® wird mit den Netzbeuteln ganz unten in die drei Filterkammern gelegt damit die Höhe bis zur Pumpe ausgefüllt ist (siehe Zeichnung). In den zwei Kammern rechts und links von der Pumpenkammer legen wir nun die grüne Filterfaser (biofibres) etwa 3 - 5 cm dick ein. Darauf geben wir je einen Beutel mit biopur als Grobfilter. Den restlichen Raum der rechten Kammer füllen wir mit einer Lage feiner Filterwatte als Vorfilter. Die linke Kammer des Oberflächenabzugs können wir wahlweise mit Filterwatte oder biofibres füllen. Bei Bedart kann in der rechten Kammer ein Teil der Vorfiltermaterialien durch einen Beutel mit Super Activ Filterkohle oder Super Activ Schwarztorfgranulat ersetzt werden (siehe Zeichnung, blau gestrichelter Rahmen). Aufgrund des Konstrukionsprinzips dieses lnnenfilters ist die Filterreinigung sehr einfach. Da das Wasser von oben in die Kammern strömt, sieht man wenn die Watte verschmutzt ist. Es bedeutet nur einen geringen Aufwand von wenigen Minuten, die schmutzige durch neue Watte zu ersetzen. Bedenken sie, daß neue Filtermaterialien vor dem erstmaligen Gebrauch unter fließendem Wasser ausgewaschen werden müssen. Im Abstand von längeren Zeiträumen kann man die Beutel mit biopur unter fließendem Wasser auswaschen. Das siporax® bleibt unberührt und wird nur nach sehr langer Zeit in einem Eimer mit Aquarienwasser ausgespült, damit die wertvollen Filterbakterien nicht absterben. SchwerträgerDen Wasserrücklauf des Pumpenausstoßrohres kann man in zwei unterschiedlich hohen Stellungen anbringen. In der oberen Stellung erzeugt die Pumpe eine starke Oberflächenbewegung. Ist das nicht erwünscht, führt man das Pumpenrohr durch die untere Öffnung und verschließt die obere mit dem beigelegten Stopfen. Nun füllt man das Aquarium mit Wasser. Gleichzeitig muß auch Wasser in den Filter gefüllt werden, damit er nicht aufschwimmt. Auf keinen Fall darf der Bodengrund durch das einfließende Wasser aufgewühlt werden. Man stellt einen Teller oder den ausgewaschenen Eimer von floredepot auf den Kies und läßt das Wasser dorthinein fließen. Wenn das Becken zu zwei Dritteln gefüllt ist, stellt man das Wasser ab und gibt die erforderliche Dosis aqutan in das Becken. Dieses bindet eventuell im Wasser befindliche Desinfektionsmittel und Giftstoffe sofort ab und macht sie dadurch unschädlich. Das Wasser wird geschmeidiger und für die Pflanzen und Fische verträglicher. Wurzeln und Steine holt man im Zoofachgeschäft und nicht im Wald oder aus einem Bach. Bunte Steine aus der Natur können Gifte oder unerwünschte Härtebildner abgeben, und Wurzeln aus dem Wald beginnen meistens im Aquarienwasser zu faulen. Selbst nach monatelangem Wässern in einer Wanne oder Regentonne geben die Wurzeln und Steine noch Stoffe ab und sind für das Aquarium nicht brauchbar. Beim Einbringen der Wurzeln und Steine stellt sich oft heraus, daß die theoretische Einrichtung des Plans nun auf das Becken übertragen, doch nicht so gut aussieht. Es ist wichtig, die vorhandenen Dekorationsgegenstände mit Gefühl möglichst optimal anzuordnen, damit ein augenfälliges Design entsteht. Auf jeden Fall sollte man Symmetrie vermeiden. Steine sind möglichst in Gruppen zueinander in Beziehung zu bringen. Wurzeln sollen als Blickfang und verdeckendes Element für die Technik eingesetzt werden. Zwischen den Gegenständen muß genügend Abstand bleiben, damit die Pflanzen sich noch entfalten können. SchwerträgerZum Bepflanzen kann es notwendig sein, die Steine und Wurzeln noch einmal von ihrem Platz zu entfernen. Dann steckt man die Pflanzen in den Boden. Auch dabei sind einige Dinge zu beachten, damit sie richtig anwachsen. Die Stengelpflanzen werden in Bündel geliefert. Man schneidet sie über dem Substrat ab und steckt dann jeden Stengel einzeln in den Boden. Dazu nimmt man den Stengel zwischen Daumen und Mittelfinger und legt den Zeigefinger schützend darüber. Nun bohrt man mit dem Zeigefinger voran ein Loch in den Boden. Dann gibt man den Stengel frei und schiebt den Kies bei. Es ist wichtig, in einer Ecke, möglichst hinten, zu beginnen und sich in Reihen nach vorn vorzuarbeiten, sonst reißt man schon gepflanzte Triebe wieder heraus. Die Wurzelpflanzen steckt man auf die gleiche Art in den Boden. Allerdings werden die Pflanzen zuerst aus dem Topf herausgenommen, die Wurzeln vorsichtig vom Substrat befreit und sauber abgewaschen. Dann kürzt man die Wurzeln auf etwa zwei Zentimeter Länge. Beim Einstecken in den Boden ist darauf zu achten, daß die Wurzeln nicht geknickt oder umgebogen werden. Sie müssen im Pflanzloch nach unten weisen. Jetzt wird das noch fehlende Wasser ergänzt und nochmals die Normaldosis aqutan zugegeben. Eine Stunde später gibt man die erforderliche Menge nitrivec in das Aquarienwasser und verteilt die gleiche Dosis auf die beiden Filterkammern. So können sich die Bakterien gleich in dem Filtersubstrat änsiedeln. nitrivec wird nun entsprechend der Anleitung auf der Flasche mehrere Tage lang dem Wasser zugesetzt. Am nächsten Tag können dann die ersten Fische eingesetzt werden. Es ist sogar notwendig Fische einzusetzen, damit die dem Wasser und dem Filtermaterial zugegeben Filterbakterien, welche die Ausscheidungen der Fische als Nahrung aufnehmen, nicht wieder absterben. Da sich die Biologie des Aquariums jedoch erst langsam aufbauen muß, darf man zum Beginn nicht zuviele Fische kaufen. Einige Algenfresser sind für den zweiten Tag genug, sie vertilgen gleich eventuell auftretende Algen. Der Zwergharnischwels Otocinclus cf. affinis ist gut dafür geeignet. Er wird nur 4 cm groß und vertilgt fleißig Algen. Man setzt fünf Stück ein und füttert am ersten Tag nicht. Am dritten Tag kann eine minimale Menge pflanzliches Flockenfutter (flora) gegeben werden. ![]() Als Bewohner des Aquariums können verschiedene Sorten Schwertträger, Platies, Black Mollies und Guppies gewählt werden. Auch eine Gruppe Panzerwelse von etwa 8 Stück sieht sehr schön aus. Bitte bedenken Sie, daß ein Aquarium nicht überbesetzt werden soll. Man rechnet für die zu erwartende Größe der Fische pro Zentimeter Fisch etwa einen Liter Aquarienwasser. Für einen Schwertträger, der etwa 6 cm groß wird, muß man mindestens 6 Liter Wasser und für einen Platy von 4 cm Länge 4 Liter Wasser rechnen. In einem Aquarium mit 120 Litern Inhalt können demnach maximal 8 Schwertträger, 5 Platies oder Guppies, 8 Panzerwelse und 5 Otocinclus gepflegt werden. Den geplanten Besatz bringt man dann während der nächsten Tage nach und nach in das Aquarium ein. Fische müssen möglichst stressfrei transportiert und umgesetzt werden, das schreiben neue Verordnungen vor. Gibt man schon beim Kauf im Zoofachgeschäft zwei Tropfen aqutan in den Transportbeutel, beruhigt das die Fische. Zudem werden durch die schützende Wirkung eventuell beim Fang erfolgte Abschürfungen der Schleimhaut sofort geschlossen. Falls noch nicht erfolgt, gibt man vor dem Einsetzen der Fische in das Aquarium die doppelte Dosis aqutan dem Aquarienwasser zu. Zu Hause angelangt öffnet man den Transportbeutel und wickelt den Rand mehrmals nach außen um, so daß er sich nur noch wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche befindet. Nun öffnet man das Aquarium und löscht das Licht. Dann läßt man den Beutel etwa 20 Minuten an der Wasseroberfläche schwimmen. Man gibt öfter eine kleine Menge Wasser aus dem Aquarium in den Beutel, damit sich die Wasserwerte angleichen. Dann fängt man die Fische mit einem kleinen Netz aus dem Beutel heraus und läßt sie im Aquarium frei. Das Wasser aus dem Transportbeutel schüttet man weg. PlatysNun können Sie sich endlich entspannt vor das Aquarium setzen und dem bunten Treiben der Fische zusehen. Füttern Sie in den ersten zwei Wochen sehr sparsam, da sich die abbauenden Bakterien erst richtig entwickeln müssen. Kontrollieren Sie in der Einlaufphase in den ersten Tagen den Ammoniakgehalt und den pH-Wert des Wassers. Ab dem vierten Tag ist auch der Nitritgehalt zu überwachen. Ammoniak und Nitrit sind starke Gifte für die Fische. Fische betteln immer um Futter, dem darf man nicht nachgeben. Auch wenn der Filter eingelaufen ist und die Verhältnisse sich stabilisiert haben, darf nur soviel Futter gegeben werden, wie die Fische innerhalb von fünf Minuten fressen können. Mehr als dreimal am Tag sollte nicht gefüttert werden. Alles übrige Futter belastet das Wasser und führt zur Vermehrung von Bakterien, die den Fischen schaden können. Eine gewisse Zeit muß man nun regelmäßig für die Pflege des Aquariums aufwenden. So ist wöchentlich etwa 15 % des Wassers zu wechsein. Saugt man das Wasser mit einer Mulmglocke ab, kann gleich dabei am Boden angesammelter MuIm entfernt werden. Im Abstand von zwei Wochen sind pH-Wert und Karbonathärte zu kontrollieren. Von Zeit zu Zeit soll mit dem Eisentest der Gehalt an Pflanzennährstoffen im Wasser festgestellt werden, damit man mit florena oder florenette nachdüngen kann. Gelb gewordenen Pflanzenblätter sind zu entfernen und die Stengelpflanzen müssen ab und zu gekürzt werden. Mit einem relativ geringen Arbeitsaufwand können Sie lange Zeit viel Freude an Ihrem Aquarium haben und interessante Beobachtungen machen. Eine wertvolle Hilfe bei großen und kleinen Problemen sind die verschiedenen Ratgeber von sera. Natürlich kostenlos bei uns erhältlich! Text und Bilder stammen z.T von sera |




