Newsletter
Wer ist online
Wir haben 4 Gäste online| Die Arbeit mit dem Mikroskop |
|
|
|
Für die Untersuchung von Fischen und eine sichere Diagnose von Krankheiten benötigt man ein Mikroskop und eine Mindestausstattung von Instrumenten.
Ein gutes Kursmikroskop kostet zwischen € 325,- und € 750,-. Brauchbare Mikroskope sind schon ab ca. € 175,- erhältlich.![]() Weiterhin benötigt man Objektträger und Deckgläser. Objektträger sind ein Millimeter dicke Glasplättchen, auf die man die zu untersuchenden Objekte legt. Die kleineren, nur 0,17 mm dicken Deckgläser werden zum Abdecken der Präparate verwendet. Eine Petrischale und mehrere Saugpipetten dienen zum Sammeln von Proben. Eine spitze Schere und eine spitze Pinzette aus Edelstahl rosten nicht und können lange in Gebrauch bleiben. Zwei Präpariernadeln dienen zum Zerrupfen von Objekten und dem Ausbreiten von Probematerial auf dem Objektträger. Es ist sinnvoll, einen eigens für die Untersuchung von Fischen eingerichteten Arbeitsplatz zu schaffen, wo das Mikroskop steht und die Instrumente bereit liegen. Das Mikroskop muss mit einer Staubschutzhülle abgedeckt sein. Die Arbeitsplatte sollte wasserfest beschichtet sein und genügend Platz für die Untersuchung eines Fisches bieten. Für einen schonenden Hautabstrich, der den Fisch nicht allzu sehr belastet, benötigt man mehrere weiche Tücher. Man tränkt ein Tuch mit Aquarienwasser und breitet es auf dem Untersuchungstisch aus. Dann legt man den Fisch darauf und deckt ihn mit dem Tuch zu, damit er sich beruhigt und nicht vom Tisch springt. um Abstriche zu nehmen, braucht man nur die gewünschten Partien freizulegen. Die Tücher müssen nach Gebrauch gewaschen oder zumindest getrocknet werden. Das Mikroskop ist ein Präzisionsinstrument und muss daher sorgfältig behandelt werden. Für den Transport hält man es am Tubusträger. Die optischen Teile dürfen nicht mit den Fingern oder Untersuchungsmaterial berührt werden, da Schmutz und Fingerabdrücke auf den Linsen zu einer Verschlechterung der Abbildungsqualität führen. Die Vergrößerung des Mikroskops errechnet sich aus der Multiplikation der Maßstabszahl auf dem Objektiv mit der auf dem Okular. Mikroskope besserer Qualität haben eine eingebaute Beleuchtung im Fuß. Einfachere Mikroskope besitzen einen Spiegel, über den man das Licht einer externen Lampe verwenden kann. Niemals darf Sonnenlicht eingespiegelt werden, da dies zu Verbrennungen der Netzhaut im Auge führen kann. Das beste Mikroskop kann aber kein gutes Bild erzeugen, wenn das Präparat mangelhaft hergestellt ist. Für Vergrößerungen ab 200-fach muss das Präparat möglichst dünn sein, und die zu untersuchenden Objekte sollten durchsichtig sein. Sie werden auf den trockenen Objektträger aufgebracht, mit einem Tröpfchen Wasser befeuchtet und mit einem Deckglas abgedeckt. Das Deckglas sollte ohne Lufteinschluss aufgelegt werden. Man führt es im Winkel von 45° zum Objektträger an den Wassertropfen heran, bis es diesen berührt. Das Wasser breitet sich in dem Winkel zwischen Deckglas und Objektträger aus. Das Deckglas wird langsam über dem Objekt abgesenkt, so dass das sich ausbreitende Wasser die Luft verdrängt. Viele Kleinlebewesen, die unter dem Mikroskop betrachtet werden, bewegen sich schnell aus dem Bildfeld. Das Präparat nachzuführen, ist mitunter schwierig. Mit einfachen Methoden können die Objekte jedoch festgelegt und im Bildfeld gehalten werden. Große Objekte wie Mückenlarven gibt man mit einem Tropfen Wasser auf den objektträger. Mit den Ecken des Deckglases sticht man aus weicher Knetmasse kleine Stücke aus, so dass sie an den Ecken haften bleiben. Das Deckglas legt man nun mit diesen Knetfüßchen nach unten auf das Objekt. Mit einer Präpariernadel drückt man vorsichtig nacheinander auf die Ecken, so dass sich der Abstand zwischen Deckglas und Objektträger verringert. Wenn das Objekt leicht eingeklemmt ist, gibt man vom Rand noch Wasser zu, bis es den Raum unter dem Deckglas ganz ausfüllt. Nun liegt das Objekt fest und kann in Ruhe beobachtet werden. Kleinere Objekte zwischen ein und zwei Millimeter Größe legt man in Watte: Zuerst breitet man ein feines Gespinst von Wattefäden auf dem Objektträger aus. Das zu untersuchende Material wird mit etwas Wasser auf die Wattefäden aufgebracht und mit einem Deckglas abgedeckt. Die Objekte sind nun zwischen den Wattefäden, die kleine Kammern bilden, gefangen und können sich nicht aus dem Bildfeld bewegen. Kleinste Objekte, wie Pantoffeltierchen oder Flagellaten, bewegen sich sehr schnell. um sie besser beobachten und bestimmen zu können ist es wichtig, sie bei langsamer Bewegung zu beobachten. Mischt man die Probe zu gleichen Teilen mit einer Lösung aus Methylcellulose (Tapetenkleister) können die Organismen so stark verlangsamt werden, dass sie sich wie in Zeitlupe bewegen. Beim Mikroskopieren beginnt man immer mit dem kleinsten Objektiv. Man stellt zunächst das Präparat mit dem Grobtrieb scharf und reguliert dann mit dem Feintrieb nach. Nun durchmustert man das komplette Präparat. Erst dann betrachtet man interessante Objekte bei höherer Vergrößerung. Durch Drehen des Objektivrevolvers wird das nächst größere Objektiv in den Strahlengang gebracht. Bei guten Mikroskopen muss nun nur noch mit dem Feintrieb die Schärfe nachgestellt werden, da die Objektive untereinander abgeglichen sind. Je höher die gewählte Vergrößerung ist, desto geringer wird der Abstand zwischen Frontlinse des Objektivs und dem Deckglas. Daher muss sorgsam darauf geachtet werden, dass beim Verstellen des Grob- und Feintriebs das Objektiv nicht auf das Präparat gedrückt wird. Dabei kann die Frontlinse verschmutzt oder zerkratzt werden, was sich äußerst negativ auf die Abbildungsqualität auswirkt. Sollte die Frontlinse dennoch einmal verschmutzt werden, wird sie mit einem weichen Tuch, das mit destilliertem Wasser getränkt ist, abgewischt. Während der Arbeit mit dem Mikroskop und insbesondere bei der Untersuchung kranker Fische muss auf Hygiene geachtet werden, d.h. Sie sollten weder essen, trinken noch rauchen. Bevor man den zu untersuchenden Fisch aus dem Wasser fängt, tränkt man ein weiches Tuch mit dem Wasser aus dem betreffenden Aquarium und breitet es auf der Arbeitsplatte aus. Man fängt nun den zu untersuchenden Fisch aus dem Wasser. Größere Fische nimmt man aus dem Netz und hält sie mit den Händen fest. Nun prüft man den Augendrehreflex. Dazu dreht man den Fisch mehrmals um die Längsachse um 45° nach links und rechts und beobachtet, ob er die Augen in der Waagrechten halten kann. Ist das nicht der Fall, liegt ein Schaden des Gleichgewichtsorgans oder des Gehirns vor. Anhand des ausbleibenden Augendrehreflexes kann man auch feststellen, wann eine Betäubung zu wirken beginnt. ![]() Abb.:Augendrehreflex Am besten prüft man gleich die Kiemen, indem man den Kiemendeckel anhebt und nachsieht, ob die Kiemen weiße oder graue Stellen haben. Die Farbe der Kiemenblätter soll kräftig rot sein, was auf eine gute Durchblutung hinweist. Für weitere Untersuchungen legt man den Fisch auf das Tuch und deckt ihn sofort zu. Hält man ihn dabei leicht mit einer Hand fest, kann er sich nicht so sehr bewegen und beruhigt sich zudem schnell. Man legt die Partien des Fisches frei, an denen Abstriche genommen werden sollen. Der Fisch darf nicht länger als drei Minuten außerhalb des Wassers bleiben, dann muss er zurückgesetzt werden. Abstriche nimmt man an den Körperseiten des Fisches, den Kiemendeckeln, den Innenseiten der Flossenbasis und an der Rücken- und Schwanzflosse. Man streicht mit einem stumpfen Gegenstand, z.B. einem senkrecht gestellten Spatel, unter leichtem Druck von vorn nach hinten über die Schleimhaut. Bei einer gesunden Schleimhaut kann man kaum genügend für eine Untersuchung abstreifen. Von infizierter Schleimhaut lässt sich hingegen leicht Material gewinnen. Die oberen Schleimhautschichten sind verdickt und es bleiben weißliche Schleimhautstücke an dem Spatel hängen. ![]() Abb.: Abstriche Falls der Körper verdächtige Stellen wie Schleimhautverdickungen, Verpilzungen, Geschwüre oder Wunden aufweist werden separate Präparate von den Abstrichen an diesen Stellen angefertigt. Das Abstrichmaterial wird sofort auf einen trockenen Objektträger übertragen, ein kleiner Tropfen Wasser wird zugegeben und das Präparat dann mit einem Deckglas abgedeckt. Man betrachtet man es zunächst mit schwacher Vergrößerung und wechselt auf höhere Vergrößerung, wenn man an einer Stelle sich bewegende Objekte gefunden hat. Nun kann man feststellen, ob es sich dabei um Parasiten handelt. Kotpräparate müssen ganz frisch sein und direkt vom After des Fisches genommen werden. Der Kot wird auf einen Objektträger übertragen und mit zwei Nadeln zerkleinert. Die Präparation erfolgt auf die gleiche Art wie oben beschrieben. Kot vom Boden des Aquariums ist für eine Diagnose unbrauchbar, da sich daran in kurzer Zeit viele harmlose Kleinlebewesen aus dem Wasser und Bodengrund sammeln. Der unerfahrene Mikroskopiker hält sie oft fälschlicherweise für Parasiten. Um das auszuschließen, ist die Anschaffung des Buches „Das Leben im Wassertropfen aus dem Kosmos Verlag oder eines vergleichbaren Werkes zu empfehlen. In diesem Buch sind 1.700 Mikroorganismen aus Aquarien und Freilandgewässern abgebildet. Findet man ein beobachtetes Objekt in diesem Buch, kann man sicher sein, dass es sich nicht um einen Parasiten handelt. Parasiten und Krankheitserreger sind in den im Literaturverzeichnis aufgeführten Büchern beschrieben und abgebildet. Sie werden auch in dem sera Film ,,Zierfischkrankheiten - vorbeugen und behandeln" in lebendem Zustand gezeigt. sera |





