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Es gibt Aquarianer, die erneuern die Leuchtstoffröhren über ihrem Aquarium erst, wenn sie kaputt sind. Selbst flackernde Röhren werden oft noch eine Zeitlang weiter benutzt: ,,Die Tiere erleben in der Natur ja auch Gewitter!" Es ist vielen Aquarianern immer noch unbekannt, daß Leuchtstoffröhren nach einem halben bis einem Jahr ungefähr 50 % ihrer Leuchtkraft verlieren. Zoohändlern, die dies ihren Kunden erklären, wird oft unterstellt, daß sie ja nur mehr verkaufen wollen.

Leider nimmt das menschliche Auge Lichtunterschiede sehr schlecht wahr. Eine alte Röhre erscheint uns immer noch recht hell und das Licht unserer Badezimmerröhre sieht weiß aus. Mit Hilfe eines Fotos kann sehr einfach gezeigt werden1 daß viele Leuchtstoffröhren kein tageslichtähnliches Spektrum erzeugen. Wenn Sie mit einem normalen Tageslichtfilm bei Kunstlicht Fotos machen, wird alles gelblich erscheinen. Der Film macht sichtbar, was unser Auge nicht wahrnimmt. Nur eine Metalldampflampe (HQI) erzeugt tatsächlich ein dem Tageslicht ähnliches Licht. Um die Abnahme der Lichtmenge einer alten Röhre sichtbar zu machen, wird ein Luxmeter oder eine Spiegelreflexkamera benötigt. Das Luxmeter zeigt direkt die Lichtmenge in Lux an. Die Kamera zeigt eine Blende und die dazugehörige Belichtungszeit an. Notieren Sie sich doch einmal die Werte bei einer neuen Röhre und wiederholen Sie die ,, Kameramessung" jeden Monat. Sie werden feststellen, daß die Kamera Ihnen im Laufe der Zeit immer längere Verschlußzeiten anzeigen wird, bzw. die Blende immer weiter öffnet, um die gleiche Lichtausbeute zu erzielen!

Betrachtet man sich die Natur, so kommt man allerdings ins Grübeln.



Da kann der üppigste Pflanzenwuchs in einem kleinen Bach beobachtet werden, obwohl durch das dichte Blätterdach des tropischen Regenwaldes kaum noch Licht unten ankommt. Für das Foto eines Frosches am Ufer eines Baches brauchte ich ein Blitzgerät, obwohl es Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein war. In der Sonne zeigt das Luxmeter über 100.000 Lux an, unter Wasser nahm die Luxmenge kontinuierlich ab: in 10cm Tiefe noch 58.000 Lux, In 50 cm Tiefe 40.000 Lux, bei leicht bewölktem Himmel sank die Luxmenge auf 20.000 Lux.

Wozu beleuchten wir unsere Aquarien überhaupt? Der dunkle Urwaldbach funktioniert doch auch. Des Rätsels Lösung liegt in der Ausgewogenheit aller zur Verfügung stehenden Ressourcen. Durchgeführte Wassertests zeigten: die im Aquarium im Überfluß zur Verfügung stehenden Stoffe wie Phosphat, Ammonium, Nitrat und Eisen sind in der Natur oft Mangelware. Ist wenig ,,Nahrung" für die Pflanzen da, wird auch nicht soviel Licht benötigt. Im Aquarium sind die Verhältnisse jedoch anders: die genannten Stoffe liegen im Überfluß vor, also muß den Pflanzen auch genügend C02 und Licht geboten werden.
Bild und Text stammen von sera.