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Wir haben 3 Gäste online| Die Wasseraufbereitung |
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Leitungswasser ist nicht ohne weiteres für die Verwendung im Aquarium geeignet. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen, die wir Menschen aufgrund von Hygieneansprüchen einerseits und die die Aquarienbewohner aufgrund ihrer Ansprüche an ein lebensfreundliches Milieu andererseits stellen. Das Wasserwerk muss sich bei der Aufbereitung des Trinkwassers streng an Maßstäben orientieren, die ausschließlich auf uns Menschen sowie die Instandhaltung des Leitungsnetzes ausgerichtet sind. Dazu gehört, dass das Wasser desinfiziert und damit keimarm gemacht wird. In der Praxis geschieht dies meist durch Zusatz von Chlor, Chloraminen oder Chlordioxid. Für die Pflege eines Aquariums sind derartige Desinfektionsmittel hingegen denkbar ungeeignet: Sie schädigen nachhaltig die wichtigen schadstoffabbauenden Bakterien und reizen zudem die Schleimhaut der Fische sehr stark. Der pH-Wert im Leitungswasser liegt fast immer im schwach alkalischen Bereich zwischen 7,5 und 8,5. Diese Werte werden gezielt eingestellt, da sich die Desinfektionsmittel bei saurem pH-Wert verflüchtigen würden, zudem greift saures Wasser Leitungen aus Metall an. Für das Aquarium sind diese Werte nur bedingt geeignet, da viele Fische pH-Werte im neutralen bis schwach sauren Bereich bevorzugen. Aus den Leitungen können sich Schwermetalle wie Zink oder Kupfer lösen, die für die Fische giftig sind. Besonders hoch ist die Konzentration an Schwermetallen in Wasser, das längere Zeit in der Leitung gestanden hat, beispielsweise nach einer Urlaubsreise. Auch Regen- oder Brunnenwasser kann problematisch sein. Es wird nicht kontrolliert und kann daher belastet sein. RubinbarbeBesonders hoch ist die Belastung in Regenwasser, das über das Hausdach gesammelt wird. Es enthält Schadstoffe aus Ruß, Pollen, Vogelkot usw. sowie bei Verwendung metallener Dachrinnen auch erhebliche Mengen an Zink bzw. Kupfer. Der pH-Wert im Regenwasser liegt oft sehr niedrig (saurer Regen); selbst in ländlichen Gegenden sind pH-Werte unter 4 möglich. Je nach Bodenart, durch die das Grundwasser fließt, kann das Brunnenwasser mit Eisen oder anderen Metallen belastet sein. Besonders gefährlich sind gerade in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gegenden eventuelle Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, die zudem mit herkömmlichen Mitteln nicht nachweisbar sind. Für Fische sind alle hier aufgeführten Schadstoffe wesentlich gefährlicher als für uns Menschen. Sie benötigen daher einen entsprechenden Schutz im Aquarium. Genau diese Aufgabe erfüllt die Wasseraufbereitung. ![]() Die Wasseraufbereitung gliedert sich in zwei Bereiche: * Die generelle und grundlegende Aufbereitung, deren Aufgabe darin besteht, die Fische im Aquarium vor Gift- und Reizstoffen zu schützen. * Die Einstellung der richtigen Wasserwerte, insbesondere pH-Wert sowie Gesamt-und Karbonathärte. Die grundlegende Aufbereitung - wichtig bei jedem Wasser und für jeden Fisch In Gegenden mit mäßiger Leitungswasserdesinfektion (kein Chlorgeruch) genügt die Verwendung des schwermetallbindenden und schleimhautpflegenden Wasseraufbereiters sera aqutan. Dieser Wasseraufbereiter enthält so genannte Chelatoren, die schädliche Schwermetalle regelrecht verkapseln und damit unschädlich machen. Die empfindliche Schleimhaut der Fische wird auch bei leichten Verletzungen durch einen Vitamin-B-Komplex sowie Hautschutzkolloide umfassend geschützt. Bei stärker chloriertem Wasser falls also ein deutlicher Chlorgeruch wahrnehmbar ist, ist die zusätzliche Anwendung eines Entchlorungsmittels (sera chlorvec) unbedingt zu empfehlen. Hierdurch wird das aggressive Chlor in unschädliche Stoffe umgewandelt. Das Entchlorungsmittel ist jedoch kein Ersatz für den Wasseraufbereiter. Daher wird das Wasser nach der Chlor-entfernung mit sera aqutan aufbereitet. ZebrabärblingNach dieser grundlegenden Vorbereitung des Wassers erfolgt die Einstellung auf die für die Fische geeigneten Wasserwerte. In vielen Fällen sind pH-Wert und Wasserhärte des Leitungswassers bereits für die Fische geeignet. Eine Anpassung erübrigt sich dann. Anders ist die Situation, wenn in Gegenden mit weichem Wasser z.B. Fische aus den ostafrikanischen Grabenbruchseen oder, umgekehrt, ausgesprochene Weichwasserfische wie z.B. Diskus in Gegenden mit sehr hartem und alkalischem Wasser gepflegt werden sollen. Eine Erhöhung von Karbonathärte und pH-Wert ist durch Anwendung von sera kH-plus bzw. sera pH-plus entsprechend der Gebrauchsinformation einfach zu erreichen. Dabei ist zu beachten, dass die Erhöhung behutsam vorgenommen wird, damit die Fische genug Zeit haben, sich an die veränderten Wasserverhältnisse anzupassen. ![]() Vor jeder Änderung des pH-Wertes muss zunächst die Karbonathärte kontrolliert und ggf auf mindestens 5 °dKH erhöht werden, da sonst eine unerwünscht schnelle und starke pH-Änderung eintreten kann. sera Schwarztorfgranulat - natürlich bei uns erhältlich!Eine Senkung von pH-Wert und Karbonathärte ist dementsprechend mit sera pH-minus, das durch seine Wirkung sowohl den pH-Wert als auch die Karbonathärte senkt, zu erreichen. Auch hier ist es wichtig, vor der Anwendung die Karbonathärte zu kontrollieren und die Wasserwerte in kleinen Schritten zu verändern, um die Fische nicht unnötig Stress auszusetzen. Als sanfte Alternative bietet sich bei geringeren Änderungen der Einsatz von Wasserpflegemitteln auf Schwarztorfbasis (flüssig oder als Granulat) an. Mit viel Aufwand verbunden ist die Senkung der Gesamthärte. Eine langfristig sinnvolle Lösung besteht in der Verwendung von entsalztem Wasser, das mit sera mineral salt aufbereitet und auf den gewünschten Härtegrad eingestellt wird. Abzuraten ist hingegen von ,,wasserenthärtenden" Mitteln, die in vielen Fällen auf Polyphosphatbasis zur Bindung von Calcium und Magnesium arbeiten. Im Lauf der Zeit werden diese Polyphosphate biologisch zu Phosphat abgebaut. Dadurch werden die Härtebilduer wieder frei, und das Wasser wird mit sehr hohen Konzentrationen von algenförderndem Phosphat belastet. Die hier dargestellten Maßnahmen bilden die Grundlage für die erfolgreiche Pflege der Fische über viele Jahre hinweg. Der zeitliche und finanzielle Aufwand zur Schaffung fischgerechten Aquarienwassers ist gering und auch für Einsteiger leicht zu bewältigen. Text und Bilder stammen von sera. von Dr. Bodo Schnell |




