Newsletter
Wer ist online
Wir haben 3 Gäste online| Das Pantanal in Südamerika |
|
|
|
|
Wenn man als Aquarianer schon einmal in Südamerika ist, dann zieht es einen natürlich in die Heimat unserer Zierfische. Der Amazonas oder der Rio Negro sind wohl jedem Aquarianer ein Begriff.
Vier Flugstunden südlich von Manaus am Amazonas erstreckt sich eine riesige Sumpflandschaft entlang der brasilianisch-bolivianischen Grenze - das Pantanal. Hier befindet sich das SumpfgebietKaum angekommen, führt uns der erste Ausflug sofort zum Fluß. Die Enttäuschung ist groß, als wir das braune, lehmige Wasser sehen. Erkundigungen bei den Einheimischen ergeben, daß das Wasser im gesamten Sumpfgebiet diese Farbe haben soll. Dafür ist die Tierwelt abwechslungsreicher und farbenprächtiger: Papageien und unzählige andere Vogelarten, Ameisenbären, Wasserschweine, Kaimane und Schlangen können wir beobachten. Doch als Aquarianer interessieren uns vor allem Fische, möglichst in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten. Dann erzählt man uns von einem Ort namens ,, Bonito". Dort gebe es kristallklares Wasser inmitten des tropischen Regenwaldes. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Mit einem Mietwagen, Fahrer inklusive, erreichen wir Bonito in sechs Stunden. Die Straßen, mit tiefen Löchern übersäte Lehmpisten, enthalten einige den Adrenalinausstoß steigernde Flußdurchquerungen. Landschaftlich auch nicht schlechtBonito ist die mühselige Anreise wert. Nach einem Fußmarsch durch Regenwald und Sumpf erreichen wir bald die Quelle. Kristallklares Wasser bildet einen wunderschönen Quellteich, der dann in einen Fluß übergeht. In der Flußmitte befinden sich riesige Echinodorus-Bestände. Große Salmler von 30 cm Länge schwimmen in Schwärmen ohne Scheu um uns herum. ![]() Unter den ins Wasser ragenden Wurzeln verstecken sich uns unbekannte Ancistrus-Welse. Gute Bekannte sind dagegen einige Buntbarsche der Gattungen Aequidens und Crenicichla. (Beim Kauf der letzeren sollte übrigens unbedingt die enorme Endgröße bedacht werden! Erstaunt stellen wir fest, daß die bei uns immer als Schwarmfisch gehandelten Blutsalmier so gar keine Lust haben, einen Schwarm zu bilden. In regelmäßigen Abständen von etwa einem Meter ist jeweils nur eines dieser kleinen Juwele zu finden - von einem typischen Schwarm kann da nun wirklich keine Rede sein. Mehrere andere Salmlerarten dagegen bilden riesige Schwärme von mehreren hundert Tieren. Gerne verzichten würden wir hingegen auf die großen Moskitoschwärme über der Wasseroberfläche. ![]() Fluss nahEin platschendes Geräusch am Flußufer erweckt unsere Aufmerksamkeit. Fasziniert beobachten wir den Nahrungserwerb der großen Salmlser. Sie springen aus dem Wasser und beißen die Blätter ab, die dicht über der Wasseroberfläche hängen. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir, daß diese gefräßigen Vegetarier den kompletten Blattbestand der Ufervegetation fein säuberlich gestutzt haben. Das ist um so erstaunlicher, als unter Wasser das schönste Pflanzenparadies wächst. ![]() Mal mit den Aquarienfischen schwimmen gehen!Doch auch Fische haben ihre Vorlieben, wenn es ums Essen geht, und auch extreme Pflanzenfresser fressen nicht alle Pflanzen. Nicht nur harte Pflanzen wie Anubias oder Javafarn, sondern auch einige Cryptocorynen werden von den pflanzenfressenden Fischen aus geschmacklichen Gründen oft nicht behelligt. Umfassende Information über die Ernährungsgewohnheiten ist also wirklich wichtig, wenn wir unsere Aquarienfische artgerecht pflegen wollen! Text und Bilder von sera |





