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Wir haben 3 Gäste online| Aquarienfotografie |
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Der Termin rückt näher; seit Wochen ist alles bis ins Detail geplant: Düngemittelgabe, Wasserwechsel, optimale C02-Zugabe. Exakt zum richtigen Zeitpunkt werden die Stengelpflanzen gekürzt und neu eingepflanzt und die etwas älteren Blätter der Frontal fotografiert - der Fotograf kommt gut zur Geltung Wurzel-pflanzen abgeschnitten. Am Tag der Heimschau steht das Aquarium in einer Pracht, die es nur einmal im Jahr zu diesem Termin erreicht. Doch Schönheit ist vergänglich - eine Weisheit, die jeder während seines Lebens an sich selbst feststellen kann. Da man sein Aquarium gerne anderen zeigen möchte, es aber schwer herumzutragen ist, bleibt nur die Möglichkeit, Fotos davon anzufertigen. So wird die gute alte Urlaubs-Klicks mit eingebautem Blitz aus der Schublade geholt, die optimale zentrale Position eingenommen, und schon steht dem Panoramabild nichts mehr im Wege. Die rechte und linke Kante des Aquariums sind im Sucher zu sehen. Fertig - los, der Blitz fährt ins Auge, die nächsten fünf Minuten hat man Probleme mit dem räumlichen Sehen, bis das Auge wieder wahrnehmungsfähig ist. Das wiederholt sich nun, bis der Film voll ist und das Aquarium auch in Ausschnitten abgelichtet ist. Geschafft - war doch eigentlich einfach. Warum der Fotograf neulich im Vereinsheim nur so lange mit dem Fotografieren zugebracht hat? Na ja, das ist halt auch kein Aquarianer - die Axt im Haus erspart den Zimmermann, wie Großmutter schon wusste. Spannung kommt auf, wenn die Bilder aus der Entwicklungstüte geholt werden. Das erste Bild zeigt das Aquarium völlig schwarz mit einem sauber abgebildeten Blitz auf der Scheibe. Das zweite, aus etwas Entfernung aufgenommen, ein dunkles Aquarium, ebenfalls mit Blitz, aber dafür kommt die Tapete über dem Aquarium sehr gut zur Geltung. ![]() Farbverfälschungen können durch Verwendung eines Blitzes und Kunstlichtfilmes vermieden werden.Und so weiter und so weiter. Spätestens jetzt wird dem Hobbyfotografen klar, dass Aquarienscheiben Spiegel sind. Halt - ein Bild ist zwar etwas dunkel, aber Fische und Pflanzen sind darauf zu erkennen. Komischerweise ist es ein Bild, das, entgegen jeder Logik, schräg von der Seite aufgenommen wurde. Vielleicht sollte man sich vor der Aufnahme doch etwas genauer informieren... Möglicherweise haben einige namhafte Aquarienfotografen auch einmal so angefangen und sich dann mit den Ergebnissen nicht zufrieden gegeben. Ein gutes Aquarienfoto zu machen ist nicht so schwer, wenn man sich mit den Grundzügen der Optik etwas vertraut macht. Wie schon erwähnt, wirken die Scheiben des Aquariums als Spiegel. Das fällt beim Betrachten kaum auf, da das Aquarium meist gut beleuchtet ist und heller erscheint als der Raum, in dem es steht. Fällt jedoch einmal helles Tageslicht durch das Fenster auf den Betrachter, während das Aquarium im Schatten bleibt, so kann er sich deutlich in der Scheibe gespiegelt sehen. Die gleiche Situation entsteht bei der Verwendung eines Blitzgerätes. Der Raum außerhalb des Aquariums erhellt sich durch die Spiegelwirkung der Scheibe, und der Fotograf wird auf dem Foto erkennbar. Da die Blitzzeit extrem kurz ist, bemerkt man das nicht bei der Aufnahme. Es bleibt somit nur die Möglichkeit, die Reflexe der Scheiben einzukalkulieren und die Aufnahmesituation so auszurichten, dass Blitz und Fotograf nicht abgebildet werden. Licht wird von einer Scheibe im gleichen Winkel reflektiert, in dem es auftrifft. Trifft das Blitzlicht in einem zu steilen Winkel auf die Scheibe, fällt es ins Objektiv. Zwar geht bei einem spitzen Winkel viel mehr Licht durch die Scheibe und beleuchtet das Objekt, durch die Überstrahlung der Reflektion auf der Scheibe erscheint das Aquarium jedoch dunkel. Da bei Kameras mit eingebautem oder ansteckbarem Blitz keine Möglichkeit zur Verlagerung des Blitzgerätes gegeben ist, muss der Aufnahmewinkel vergrößert werden. Man fotografiert seitlich mit einem Winkel zwischen 45° und 6O° auf die Scheibe. Das reflektierte Licht geht dann am Objektiv vorbei und nur das Licht, das aus dem Aquarium zurückgeworfen wird, gelangt auf den Film. So kann man sich mit einer einfachen Kamera gut helfen. Sinnvoll ist, da ja auch die eingebauten Blitze nicht so stark sind, einen lichtempfindlichen Film zu verwenden. Filme mit 400 ASA sind empfindlich genug, um unter solchen Verhältnissen noch vorzeigbare Bilder mit akzeptabler Schärfe zu erhalten. Das Aquarium sollte hell beleuchtet und der Raum vor dem Aquarium bei der Aufnahme möglichst dunkel sein. So sind mit einfachen Mitteln Bilder zu erhalten, mit denen man sein Aquarium und die Fische bei Vereinsabenden oder Tagungen anderen Liebhabern zeigen kann. ![]() Wer jedoch gute Ergebnisse erzielen und seine Aufnahmen auch einmal zu einem Fotowettbewerb schicken möchte, benötigt eine wesentlich bessere Ausrüstung. Das fängt schon mit dem Filmmaterial an. Negativfilme, von denen Papierbildabzüge angefertigt werden, sind weniger geeignet, da ihre Qualität von dem Verarbeitungsprozess im Fotolabor abhängt und sehr unterschiedliche Ergebnisse möglich sind. Diafilme zeigen nach der Entwicklung das Objekt, so wie es aufgenommen wurde. Eine nachträgliche Bearbeitung fällt weg. Vorteil von Dias ist, dass sie für verschiedene Zwecke verwendbar sind. Man kann sie sofort mit einer Lupe und nach der Rahmung mit einem Diaprojektor in beliebiger Größe betrachten. Sie dienen den Verlagen als Vorlage. Man kann leicht die schönsten Dias aussuchen und sich davon Papierbilder machen lassen. Um scharfe Bilder zu erhalten, ist es notwendig, Filme mit niedriger ASA-Zahl zu verwenden. Je niedriger die ASA, um so feinkörniger ist der Film, er benötigt aber auch mehr Licht. Wichtig ist auch, nicht ständig das Filmmaterial zu wechseln, sondern sich auf eine Filmmarke einzuarbeiten. In der heutigen Zeit sind Filme mit 100 ASA sehr feinkörnig und werden von Verlagen für den Abdruck meistens akzeptiert. Filme mit einer Empfindlichkeit von 200 und 400 ASA sind noch für die Vorführung mit Diaprojektoren geeignet. 800- und 1600-ASA-Filme sind zu grobkörnig, man sieht die Bildpunkte bei der Vorführung, und die Farben werden nicht so gut wiedergegeben wie bei Filmen mit niedriger ASA-Zahl. Prinzipiell sind für eine professionelle Aquarienfotografie alle Spiegelreflexkameras geeignet, deren Objektiv sich auswechseln lässt. Spiegelreflex heißt, dass das vom Objektiv aufgenommene Bild über einen Spiegel in den Sucher geleitet wird. Man sieht somit immer exakt den Bildausschnitt, der nachher auch auf den Film belichtet wird. Im Moment der Aufnahme klappt der Spiegel hoch, und das Licht fällt direkt auf den Film. Was man durch den Sucher einer Spiegelreflexkamera scharf sieht, wird auch auf dem Film scharf abgebildet. Durch die Möglichkeit, verschiedene Objektive ansetzen zu können, sind Panorama- und Ausschnittaufnahmen vom Aquarium möglich. Mit einem Makroobjektiv können auch einzelne Fische bildfüllend abgelichtet werden. Wenig für die Aquarienfotografie geeignet sind die sogenannten Sucherkameras. Man schaut über dem Objektiv durch den Sucher, wodurch ein Paralaxeproblem entsteht. Der Bildausschnitt, den der Sucher zeigt, entspricht nicht dem Ausschnitt, den das Objektiv aufnimmt. Der Unterschied wird um so stärker, je näher man an das Objekt herankommt. Für die Aufnahme einzelner Fische im Makrobereich sind Sucherkameras daher absolut ungeeignet. Prinzipiell gilt das Gleiche auch für die nun immer mehr den Markt erobernden digitalen Kameras. Sucherkameras sind ungeeigneter als Spiegelreflexkameras. Die fest eingebauten Objektive können bis in den Makrobereich verwendet werden. Aber auch diese Kameras benötigen viel Licht, wenn eine qualitativ hochwertige Aufnahme erstellt werden soll. Daher ist bei der Anschaffung darauf zu achten, dass die Kamera mit einem externen Blitz betrieben werden kann. Ist das Blitzgerät an der Kamera befestigt, bleibt dem Fotografen nur die Möglichkeit wie voran beschrieben, im schrägen Winkel in das Aquarium zu fotografieren. Dabei muss vor der Aufnahme genau kontrolliert werden, ob sich im Raum befindliche Lichtquellen in der Scheibe spiegeln. Trotz Blitz führen solche Spiegelungen, z.B. durch an einer anderen Wand stehende Aquarien, zu verwaschenen hellen Flecken oder milchig trüben Flächen in der Aufnahme. Die schönsten Fotos erhält man jedoch, wenn die Kamera geradlinig im rechten Winkel zu der Aquarienscheibe steht. Das funktioniert nur, wenn das Blitzgerät so weit über oder neben der Kamera aufgestellt wird, dass es sich nicht in der Scheibe abbildet. Auch dabei können sich Lichtquellen an der gegenüber liegenden Wand negativ auswirken. Die Blitzgeräte werden über Kabel mit der Kamera verbunden. Je nach Kamerasystem können die Blitzgeräte vom Kameracomputer gesteuert oder manuell ausgelöst werden. Die Leitzahl gibt die Stärke des Blitzgerätes an. Je höher die Leitzahl, um so heller der Blitz. Für die Aquarienfotografie sollten Geräte mit einer Leitzahl von mehr als 30 Verwendung finden. Möchte man ein Aquarium gleichmäßig ausleuchten, sind mehrere Blitzgeräte notwendig, die über Kabel synchron geschaltet und von der Kamera ausgelöst werden. Eine Besonderheit bietet das TTL-System. Hier wird die durch das Objektiv einfallende Lichtmenge gemessen, der Computer berechnet die richtige Belichtungszeit und steuert obendrein noch ein oder mehrere Blitzgeräte. Das ist die teuerste, aber auch die einfachste Lösung. Der Fotograf braucht sich keine Gedanken über das verwendete Objektiv, die Blitzstärke oder die Entfernung von Kamera und Blitz vom Aufnahmeobjekt zu machen und kann seine volle Konzentration der Aufnahme widmen. Alles andere macht der Computer der Kamera und signalisiert nachher, ob die Aufnahme gelungen oder falsch belichtet wurde, weil möglicherweise die Blitzgeräte zu dicht oder zu weit entfernt standen. Schwerer hat man es mit manueller Blitzfotografie. Auch da können mehrere Blitze mit der Kamera verbunden werden. Die Kamera löst die Blitzgeräte jedoch nur aus. Damit man bei jedem Blitz die gleiche Lichtmenge erhält, schaltet man die Geräte auf manuellen Betrieb und höchste Leistung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass jede Änderung der Aufnahmesituation zu anderen Belichtungsverhältnissen führt. Geht man mit der Kamera näher an das Aquarium heran, wird der Bildausschnitt kleiner. Damit steht weniger Licht zur Verfügung, und die Aufnahme wird dunkler. Das gleicht man durch Öffnen der Blende aus. Da durch das Wasser und das Glas des Aquariums sehr viel Licht verloren geht, sind auch Belichtungsmesser keine Hilfe, denn sie liefern falsche Werte. Um trotzdem zu guten Ergebnissen zu gelangen, muss man einen Film opfern und eine Belichtungsreihe durchführen. Da man für eine Reihe nur fünf bis sechs Bilder benötigt, können auf einem Film mehrere Reihen für verschiedene Aufnahmesituationen belichtet werden. Vier Situationen testet man aus: Die Panoramaaufnahme vom ganzen Becken, die Detailaufnahme eines Teils des Aquariums, eine leichte und eine starke Makroaufnahme. Bei jeder Situation muss die genaue Position der Blitzgeräte, das verwendete Objektiv und der Abstand der Frontlinse zur Scheibe notiert werden. Fertigt man eine kleine Zeichnung an und trägt die Winkel und Abstände dort ein, kann die Aufnahmesituation auf jedes beliebige Aquarium übertragen werden. Nun stellt man an der Kamera die Blitzsynchronzeit ein, sie ist meist mit einem kleinen Blitzsymbol gekennzeichnet. Bei allen anderen Zeiten ist der Kameraverschluss nicht voll geöffnet, was zu teilweiser Abdunklung des Bildrandes führt. Nun macht man Aufnahmen mit den Blenden 4, 5, 6, 8, 11 und 16. Bei jeder Aufnahme ist darauf zu achten, dass die Blitzgeräte wieder voll geladen sind. Auf dem entwickelten Film sucht man sich die richtig belichtete Aufnahme her und notiert sie auf der Zeichnung der Geräte Der kräftige Schatten zeigt, dass hier nur ein Blitz verwendet wurde anordnung. So sind die Aufnahmen jederzeit reproduzierbar. Auch das Titelbild der sera Club News Frühjahr/Sommer 2000 mit den Koi und Goldfischen wurde manuell auf Mittelformat fotografiert. Je mehr Blitzgeräte für die Aufnahme zur Verfügung stehen, um so besser ist das Aquarium ausgeleuchtet. rote Fläche: Blitz fällt ins Objektiv und wird abgebildet; grüne Fläche: Blitz wird nicht abgebildetZwei Blitze seitlich rechts und links vom Aquarium im Winkel von 45 0zur Frontscheibe aufgestellt, leuchten das Becken schon gut aus und sind auch für Makroaufnahmen brauchbar. Bei der Verwendung von nur einem Blitz entstehen harte Schatten hinter oder unter dem Fisch. Durch die Anordnung des zweiten Blitzgerätes etwa 50 cm über dem Wasserspiegel des Aquariums können Schlagschatten ebenfalls vermieden werden. Wird es leicht in Richtung der Frontscheibe geneigt, kommen die Farben der Fische besonders gut zur Geltung. Abdeckung und Deckscheiben müssen dazu entfernt werden, so dass wenig Licht zum Einstellen zur Verfügung steht. Mit einem 400- oder 800-ASA-Film können auch Aufnahmen ohne Blitz mit der natürlichen Beleuchtung gemacht werden. Da die Leuchtstoffröhren oder Quecksilberdampfstrahler nicht genau der Zusammensetzung des Tageslichtes entsprechen, kann es zu Farbverfälschungen kommen. Die Belichtungszeit ist dabei jedoch viel länger als bei der Verwendung eines Blitzgerätes. Sich bewegende Fische sind oft unscharf abgebildet oder nur als farbiger Streifen zu sehen. Die Verwendung eines Stativs wird notwendig, da es sonst zu Verwacklungsunschärfen beim Betätigen des Auslösers kommt. Die Verwendung von Filmleuchten ist ebenfalls möglich. Der Vorteil ist, dass man das Aquarium gut ausleuchten kann, da Reflexe sofort sichtbar sind. Diese Leuchten dürfen nur mit einem Schutzglas vor dem Strahler verwendet werden, da die Glühlampen manchmal explodieren und glühende Glassplitter durch die Gegend fliegen. Außerdem dürfen sie nicht zu dicht an das Aquarium gestellt werden, da sie große Hitze abstrahlen und das Wasser sowie das Glas aufheizen können. Da Filmleuchten ein sehr gelbes Licht erzeugen, müssen die Aufnahmen mit Kunstlichtfilm erfolgen. Kunstlichtfilme sind im Fotofachhandel erhältlich. Tageslichtfilme bekommen einen starken Gelbstich, sie sind nur mit Blitzgeräten zu verwenden. ![]() ![]() ![]() Aquarienfotografie ist eine interessante Ergänzung zum Hobby der Aquaristik. Man kann anhand der Bilder die Entwicklung eines Aquariums über einen längeren Zeitraum vergleichen oder die wunderschönen Farben seiner Fische festhalten. Es macht einfach Spaß, sein Aquarium zu fotografieren. von Dieter Untergasser Bild und Teyt stammen aus der sera Clubnews 2000 |







