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Eine Delikatesse für jeden Fisch

Der schmackhafte Leckerbissen trägt die unterschiedlichsten Namen und doch ist immer das gleiche Tier gemeint: Urzeitkrebschen, Salinenkrebschen, Salzkrebschen und Brine Shrimps - bei allen Namen handelt es sich um Synonyme für Krebse der Gattung Artemia. Diese ursprünglichsten aller Krebstiere konnten über fossile Funde schon vor über 100 Millionen Jahren nachgewiesen werden. Als Vergleich: Der Mensch trat erst vor ungefähr 1,5 Millionen Jahren in Erscheinung.



Vorkommen

Artemien sind keine Meeresbewohner, sondern kommen ausschließlich in salzhaltigen Binnengewässern vor. Sie sind weltweit verbreitet. Man findet sie z.B. in den Seesalzsalinen bei Greifswald, in den Salzquellen bei Odessa und in den Salzseen der USA.
Aussehen

Die Krebse der Gattung Artemia gehören zu den Kiemenfüßern (Anostraca). Anostraca bedeutet ,,die Schalenlosen" und kennzeichnet das Fehlen der ansonsten für Kleinkrebse typische Schutzschale. Artemien können eine Länge von bis zu 16 mm erreichen. Die Tiere schwimmen meist mit dem Bauch nach oben. Ihre auffälligen Blattbeinpaare dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern auch dem Nahrungserwerb und der Atmung. Die Geschlechter können bei ausgewachsenen Tieren leicht unterschieden werden. Beim Männchen ist das zweite Antennenpaar als Greif- und Halteorgan ausgebildet. Es dient zum Festhalten des Weibchens während der Paarung.
Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Artemien ist abhängig von den Begebenheiten der Umwelt und kennzeichnet die Anpassung an das Leben in Salzseen. Steigt der Salzgehalt im Gewässer so kennzeichnet das eine höhere Verdunstung, die die Gefahr einer Austrocknung des Gewässers beinhalten könnte. Die Artemien reagieren daher bei steigendem Salzgehalt mit der Ausbildung sogenannter Dauereier. Diese Eier können neun Monate in Seewasser liegen, ohne sich zu entwickeln. Ebenso überstehen sie unbeschadet jahrelange Austrocknung, sowie sengende Hitze, Schnee und Eis. Aus dem Ei schlüpft bei erneutem Wasserkontakt die Larvenform, die sogenannte Nauplius-Larve, die nur drei Gliedmaßen zum Schwimmen und ein einziges Auge besitzt. Bis die erwachsene Krebsgestalt erreicht wird, bedarf es einer echten Verwandlung durch Häutungen. Bei normalen Salzgehalten werden jedoch keine Dauereier gelegt, sondern sogenannte Subitaneier erzeugt. Diese dünnschaligen, dotterarmen Eier verbleiben im Brutsack der Weibchen. Nach ca. 4 Tagen kommen die Jungen lebend zur Welt (Viviparie). Mit dieser kurzen

Entwicklungszeit ist eine schnelle Verbreitung der Art bei guten Umweltbedingungen möglich. Zusätzlich besitzen die Salinenkrebse die Möglichkeit, sich ohne Männchen parthogenetisch fortzupflanzen. Parthenogenese ist die griechische Bezeichnung für Jungfernzeugung. Bei dieser Fortpflanzungsart gehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen hervor.
Zucht

Im großen Stil werden die Dauereier im Herbst an den Ufern der Salzseen geerntet. Anschließend werden sie getrocknet, gereinigt und unter Vakuum in Dosen weltweit verschickt. Die ,,San Francisco“ Nauplien sind etwas kleiner als die Nauplien aus Utah. Es gibt vielfältige Zuchtanweisungen, die jedoch alle auf einen Standard beruhen.
Auf jeden Fall werden folgende Geräte benötigt:

          o 1 Membranpumpe
          o Zuchtgefäß mit 1-2 1 Inhalt (Flasche, Gurkenglas etc.)
          o Artemia-Eier
          o Iodfreies Salz, sera Meersalz
          o Artemia-Sieb

 

In einem Liter Wasser werden 4 gehäufte Teelöffel Salz gelöst. Anschließend erfolgt die Zugabe der Artemia-Eier Wenn nur die Nauplien als Jungfischfutter schlüpfen sollen, so kann ohne weitere Futterzugabe ein Esslöffel Artemia-Eier zugegeben werden. Die Eier schwimmen an der Oberfläche und werden mittels einer Membranpumpe im Zuchtgefäß umgewälzt, so dass alle Eier ausreichend Raum und Sauerstoff zur Entwicklung bekommen. Wenn jedoch eine Aufzucht der Artemien zu adulten Tieren gewünscht wird, gibt man nur eine geringe Anzahl an Eiern ins Wasser und minimiert die Umwälzung. Außerdem benötigen die Nauplien Nahrung, so dass Algen oder suspendierte Hefe zugefügt werden müssen.

Die Artemia-Nauplien sind ein wichtiges Aufzuchtfutter für eine Vielzahl an Fischarten. Bei der Fütterung müssen die leeren Eihüllen sauber von den Nauplien getrennt werden, da diese gelegentlich zu Verstopfungen des Magendarmtraktes führen. Außerdem sollten unbedingt frisch geschlüpfte Nauplien verfüttert werden, da die Chitinhäute schon bald nach dem Schlupf aushärten und dann für die Jungbrut schwer verdaulich sind. Viele erwachsene Fische, die ansonsten größere Brocken bewältigen könnten, fressen gerne Artemien.
Tex und Bilder stammen aus den sera Clubnews 1/2001