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Der Mosaikfadenfisch PDF Drucken E-Mail


Der Mosaikfadenfisch, Trichogaster leeri, ist ein ruhiger und sehr friedlicher Fisch, der sich hauptsächlich in den oberen bis mittleren Wasserschichten des Aquariums aufhält. In entsprechend großen Aquarien erreicht er eine Länge von 12 bis 15 Zentimetern. Körper und Flossen sind netzartig gemustert und glänzen silbern mit einem perlmuttartigen Schimmer. Die Männchen sind von der Kehle bis zur Brust orange bis rot gefärbt. Zudem haben sie deutlich längere und spitz ausgezogene Flossenstrahlen an Rücken- und Afterflosse als die Weibchen.



Wie bei allen Fadenfischen sind die Bauchflossen des Mosaikfadenfisches sehr lang und dünn ausgezogen. Sie können aktiv in alle Richtungen bewegt werden und dienen dem Fisch als Tastorgan. Es ist interessant zu beobachten, wie die Fische alles Fremde mit den Fäden mehrmals berühren und abtasten. Auch untereinander befühlen sich die Fadenfische sehr ausgiebig. Da sie auch Futter damit gründlich betasten, liegt die Vermutung nahe, daß mit den Spitzen dieser ,,Fühler" auch Geschmack und Geruch wahrgenommen werden kann.

MosaikfadenfischDer Mosaikfadenfisch ist für größere Gesellschaftsbecken sehr gut geeignet, wenn er mit ruhigen und langsam schwimmenden Fischen vergesellschaftet wird. Das Aquarium sollte mindestens 100 Liter fassen und einen Wasserstand von wenigstens 30 cm haben. Bei guter Pflege und einem den Gewohnheiten der Art entsprechend eingerichteten Aquarium kann der Mosaikfadenfisch acht Jahre alt werden.

Das Becken soll dicht bepflanzt sein. Auch feingliedrige und empfindliche Pflanzen können verwendet werden, da die Mosaikfadenfische den Pflanzen keinen Schaden zufügen. Äste und Wurzeln stellen interessante Dekorationselemente dar; allerdings muß auf freien Schwimmraum geachtet werden. Die Wasseroberfläche soll mit einer dichten Schwimmpflanzendecke bewachsen sein.

Da der Mosaikfadenfisch vorwiegend die oberen Wasserschichten besiedelt, sollten die anderen Fische sich mehr am Boden und in den unteren Wasserschichten des Aquariums aufhalten. Aggressive Fische verängstigen den Mosaikfadenfisch, so daß er nicht ans Futter geht und sich in eine Ecke des Aquariums zurückzieht.

An das Wasser stellt der Mosaikfadenfisch keine hohen Ansprüche. Für die Hälterung im Gesellschaftsbecken reicht ein weiches bis mittelhartes Wasser zwischen 5 und 2O ° dGH und einem pH-Wert zwischen 6 und 8. Die Wassertemperatur kann zwischen 24 ° C und 29 ° C liegen. Ein wöchentlicher Wasserwechsel von 10 bis 15 % ist notwendig. Mosaikfadenfisch

Mosaikfadenfische stammen aus Tümpeln und langsam fließenden Flüssen in den Urwäldern von Kambodscha bis Thailand, Südborneo, Sumatra und der Malauschen Halbinsel. Sie leben zwischen den Stämmen aus dem Wasser wachsender Büsche und im Dickicht herabgefallener Zweige. Die Oberflächen der Gewässer sind mit Blättern und Schwimmpflanzen bedeckt.

Die Ernährung des Mosaikfadenfisches ist kein Problem, da er nicht auf ein besonderes Futter spezialisiert ist. Es ist nur darauf zu achten, daß das Futter über eine ausreichend kleine Körnung verfügt, da der Mosaikfadenfisch ein für seine Körpergröße kleines Maul hat. Mit Flockenfutter gibt es keine Probleme, da die Flocken leicht zerfallen.

Gefrier- vakuumgetrocknete Futtertiere kommen der natürlichen Ernährung in den Heimatgewässern nahe und werden gerne gefressen. Übliche Granulate können jedoch nur von größeren Tieren aufgenommen werden, den Kleineren füttert man spezielles Kleingranulat.

Zur Fortpflanzung wird es nur in geräumigen Aquarien mit sehr ruhigen Mitbewohnern und weichem, leicht saurem Wasser kommen. Befinden sich mehrere Paare in einem Aquarium, kämpfen die Männchen manchmal untereinander. Das Zuchtbecken soll bei schwacher Beleuchtung einen niedrigen Wasserspiegel und eine dichte Schwimmpflanzendecke aufweisen. Für den Laichansatz ist eine tägliche Gabe von Vitaminen auf das Futter förderlich. Wer die Möglichkeit hat, Lebendfutter anzubieten, kann auch davon zufüttern.

Zunächst baut das Männchen ein Schaumnest und vertreibt alle anderen Fische, auch das eigene Weibchen, aus seiner Umgebung. Es färbt sich nun von der Kehle bis fast zum Schwanz an der Körperunterseite prächtig rot. Ist das Schaumnest fertiggestellt, beginnt die Balz.

Das Männchen bietet dem Weibchen die gekrümmte Körperseite dar; das Weibchen schwimmt in diese Krümmung hinein, dann dreht sich das Paar eng umschlungen, bis der Bauch des Weibchens nach oben gerichtet ist. Dabei kommt es zum Laichakt. Das Weibchen schwimmt nun beiseite, und das Männchen sammelt die unter der Oberfläche schwimmenden Eier ein und spuckt sie in das Schaumnest. Die Eier werden mit einer Schicht feiner Luftblasen unterlegt, dann erfolgt die nächste Paarung.

In einem solchen Laichzyklus mit mehreren Paarungen innerhalb von etwa zwei Stunden kann der weibliche Fisch bis zu 2000 Eier ausstossen. Das Weibchen wird anschließend vertrieben, denn das Männchen pflegt die Brut alleine. Man spricht von einer Vaterfamilie. Das Männchen schichtet das Nest nun ständig um und unterlegt es mit feinen Luftbläschen. Es ist ununterbrochen damit beschäftigt, absinkende Larven zu fangen und in das Schaumnest zurückzubringen.

Das ist mit sehr feinem Aufzuchtfutter gemein!Mit dem Freischwimmen der kleinen Fische erlischt der Brutpflegeinstinkt. Die Jungen schwimmen nun im Becken umher und werden leicht Opfer anderer Fische. Die meisten kleinen Fischlein werden jedoch verhungern, da sie in den ersten Lebenstagen auf ein ganz feines Futter angewiesen sind. Normalerweise muß der Pfleger Kulturen von Pantoffeltierchen unterhalten, um die Fische richtig ernähren zu können.

Aber auch spezielles, sehr feines Aufzuchtfutter für ganz kleine Fische ist geeignet. Man darf nur nicht den Fehler machen, zuviel zu füttern. Geringe Mengen reichen, da die jungen Fische nur winzige Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Dafür muß mindestens sechsmal am Tag gefüttert werden. Nach vier Tagen kann fein zerriebenes Flockenfutter sowie lebende Artemianauplien gegeben werden. Sind die Fischlein einmal drei Wochen alt, dürfte die weitere Aufzucht kein Problem mehr sein.
Texte und Bilder stammen z.T. von sera.