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Wir haben 10 Gäste online| Regenbogenfische |
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Es mag wohl fünfzehn Jahre her sein, als ich nach dem Besuch einer Aquarienausstellung mit befreundeten Mitgliedern des veranstaltenden Aquarienvereins zusammensaß und noch ein kleines Schwätzchen hielt. Es ist ähnlich wie in Angelvereinen, mit jedem Bier werden die Fische farbiger und die Erlebnisse erstaunlicher Auch am Nachbartisch liefen Diskussionen, und Plötzlich wurde ich ganz Ohr, als ich Gesprächsfetzen auffing: „böse Männer bekommen...", schwierig zu pflegen..." und ,,...tolle Farbe...". Mir waren zwar Messerfische, Hundsfische, Kletterfische, Steinbeißer und Kampffische ein Begriff, aber von bösen Männern im Aquarium hatte ich bislang noch nichts gehört. ![]() Hier kommen die Reenbogenfische her.Als ich meinen Gesprächspartner darauf ansprach, führte er mich zu einem der Ausstellungsbecken, in dem mittelgroße Fische mit intensiven blauen und gelben Farben schwammen. Die zweigeteilte Rückenflosse und der charakteristische hochrückige Körperbau wiesen sie sofort als Regenbogenfische aus. Die Art war damals neu für mich und ich erfuhr; dass sie wenige Jahre zuvor im Jahre 1982 von Heiko Bleher importiert und erst 1980 von Allen & Cross beschrieben worden war Sie stammt von der Halbinsel Irian Jaja nordwestlich von Neuguinea aus dem Gebiet der AjamaruSeen. Daher trägt sie den deutschen Namen Ajamaru-Regenbogenfisch. Auch das Rätsel um den Namen klärte sich nun rasch auf: Melanotaenia boesemani hieß der Fisch, nur dass ,, Boeseman" ein niederländischer Name ist und das ,,oe" nicht wie im deutschen Wort ,,böse" ausgesprochen wird, sondern eher wie das deutsche ,,u" klingt. ![]() Wie auch immer; den Fisch stört die falsche Aussprache sicher nicht. Innerhalb weniger Jahre konnte er mit seinen prächtigen Farben viele Aquarianer begeistern und hat sich einen festen Platz in der Aquaristik erobert. Heute kann man ihn in nahezu jedem Aquariengeschäft antreffen. Er ist ein lebhafter friedfertiger Aquarienbewohner; der sich zudem noch leicht nachzüchten lässt. Regenbogenfische leben auf dem Australischen Festlandschelf in Australien und Neuguinea. Sie sind dort weit verbreitet und besiedeln mit 53 Arten in sechs Gattungen Flüsse und Seen. ![]() herbetaxelrodiDie ersten Regenbogenfische wurden schon vor 150 Jahren entdeckt und beschrieben. Zu ihnen gehören die Arten der Familien Melanotaeniidae, Pseudornugilidae und Telmatherinidae. Die wohl bekannteste Familie mit den schönsten Regenbogenfischen ist Melanotaeniidae, zu der auch der Ajamaru-Regenbogenfisch gehört. Weitere prächtig gefärbte Arten dieser Familie sind Chilatherina axelrodi, Chilatherina bleheri, der Lachsrote Regenbogenfisch (Glossolepis incisus) und Melanotaenia trifasciata, der Juwelen-Regenbogenfisch. Für mittelgroße Aquarien sind der Zwergregenbogenfisch (Me/anotaenia maccullochi), der DiamantRegenbogenfisch (Melanotaenia praecox) sowie der FiligranRegenbogenfisch (Iriatherina wernen) gut geeignet. In der Familie Pseudomugilidae finden sich vorwiegend sehr kleine Regenbogenfische, die Länge von 80 cm pflegen kann. Zu diesen auch ,,Blauaugen" genannten Fischen gehört der Popondetta-Regenbogenfisch (Pseudomugil connieae) das Honig-Blauauge (Pseudornugil mellis) oder der Schmetterlingsährenfisch (Pseudomugil signifer). ![]() Die Familie Telmatherinidae stellt die wenigsten Arten für die Aquanstik. Bekannt und beliebt sind der Celebes-Sonnenstrahlfisch (Telrnatherina ladigesi) sowie Telmatherina celebensis, der Towoeti-Sonnenstrahlfisch. Die Arten stammen aus Indonesien und werden nicht so oft im Handel angeboten. boesemaniWie kamen jedoch die Regenbogenfische zu ihrem Namen? Sicher; die Fische sind prächtig gefärbt, aber keine Art hat die Farbfülle, die dem Spektrum des Regenbogens entspricht und damit den Namen rechtfertigen würde. Man muss schon genau beobachten, wenn man hinter das Geheimnis kommen möchte. Ausschlaggebend für den Namen war die bei entsprechendem Licht nachvollziehbare Beobachtung, dass viele Arten einen Farbstreifen zeigen, der am Maul beginnt und sich in der Mitte des Rückens bis zum Anfang der ersten Rückenflosse zieht. Diesen Farbstreifen kann der Fisch bewusst von einem Moment zum anderen aktivieren oder verschwinden lassen. Fällt Sonnenlicht auf diesen Streifen, so erstrahlt er in bronzenem bis goldenem Schimmer bis hin zu verschiedenen Spektralfarben. lacustrisEin Aquarium für Regenbogenfische sollte möglichst lang sein, um den lebhaften und schnell schwimmenden Fischen den notwendigen Freiraum bieten zu können. Eine dichte Randbepflanzung bietet Verstecke, und mit Dekorationselementen wie Steinen und Wurzeln lässt sich das Aquarium abwechslungsreich gestalten. Dabei können Vorsprünge in den Schwimmraum hineinreichen, um welche die Fische herumschwimmen müssen. Trotz der Länge braucht das Becken nicht sehr hoch zu sein. Vierzig Zentimeter Wasserhöhe ist auch für große Regenbogenfische ausreichend. Da sie Schwarmfische sind, sollte man mindestens 8 bis 12 Exemplare pflegen. Bei der Verwendung von Wurzeln ist darauf zu achten, dass sie nicht das Wasser ansäuern oder zu faulen beginnen. Steinholz aus dem Zoofachgeschäft ist dafür geeignet. Man wäscht es mit einem harten heißen Wasserstrahl ab und legt es einige praecoxTage in eine Wanne unter Wasser Danach ist es verwendbar Zudem hat es den Vorteil, dass es nicht schwimmt und darum auch in der ersten Zeit nicht durch schwere Steine unter Wasser gehalten werden muss. Noch vor zwanzig Jahren galten die Regenbogenfische als schwierige Pfleglinge. Das ist nicht verwunderlich, denn die damals von den erfahrenen Aquarianern propagierten ,,Altwasseraquarien" sind der Gesundheit dieser Fische nicht gerade zuträglich. Regenbogenfische lieben sauberes, sauerstoffreiches, gut gefiltertes, mittelhartes Wasser In überbesetzten Aquarien mit durch organischen Abbauprodukten belastetem Wasser fühlen sie sich nicht lange wohl. Sie bekommen dann leicht bakterielle Infektionen und sterben mitunter ohne äußerliche Veränderungen. Der regelmäßige Wasserwechsel darf darum auf keinen Fall vernachlässigt werden. Die Fische fühlen sich wohl, wenn nach dem Wasseraustausch ein hochwertiger Wasseraufbereiter wie sera aqutan zugegeben wird. Dieser Wasseraufbereiter bindet eventuell im Leitungswasser vorhandene Desinfektionsmittel und gelöste Schwermetalle. Zudem verringert er den Stress, dem die Fische ausgesetzt sind, wenn sich die Wasserzusammensetzung durch das neu zugegebene Wasser ändert. ![]() Bei guter Wasserqualität sind die Regenbogenfische nicht sehr empfindlich. Die meisten lieben zwar eher etwas alkalisches Wasser, vertragen jedoch auch einen leicht sauren pH-Wert unter pH 7. Ich halte jedoch nichts davon, sie in sehr weichem Wasser, wie es manchmal in der Literatur angegeben wird, zu pflegen. Eine Gesamthärte von mindestens 8 ° dGH und höchstens 20 ° dGH ist nach meinen Erfahrungen empfehlenswert. Außerdem ist für das Wohlbefinden und für das Ausprägen der Farben erforderlich, dass stets genügend Mineralstoffe und Spurenelemente im Wasser gelöst sind. Dies kann man durch die regelmäßige Zugabe von sera mineral salt erreichen. Es enthält mehr als 60 verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente, aber nur eine geringe notwendige Menge an Natrium und Chlorid (Kochsalz). Unter optimalen Haltungsbedingungen sind Regenbogenfische leicht zu züchten. Man sollte allerdings keine nah verwandten Arten zusammen pflegen, da sie sich leicht kreuzen. Die Paare laichen im freien Wasser über längere Zeit. Sie geben bei jedem Laichakt nur geringe Mengen von Eiern ab, die in feinblättrigen Pflanzen hängen bleiben. Die Jungen schlüpfen nach etwa einer Woche und halten sich unter der Wasseroberfläche auf Sie müssen mit sehr feinem Futter wie sera micron angefüttert werden. Nach wenigen Tagen können sie schon lebende Artemianauplien, dann das feine Futtergranulat microgran und sera FD Cyclops fressen. Ein wunderschöner lachsroter Regenbogenfisch Bringt man die Paare in einem Zuchtbecken zum Ablaichen, so kann man den Boden des Aquariums mit grüner Filterfaser (biofibres) als Substrat auslegen. Die Eier kleben darin fest und können mit der Faser in ein Aufzuchtaquarium überführt werden. Bei 26 °C und einer Härte von 12 0dGH entwickeln sich die Eier. Regenbogenfische sind Allesfresser mit etwas erhöhtem Eiweißanteil in der Nahrung. Sie können mit Granulatfutter, Flockenfutter und gefriergetrockneten FD-Futtermitteln abwechslungsreich ernährt werden. Ab und zu kann auch pflanzliche Kost wie sera flora gegeben und das Granulat mit einem auf Fische abgestimmten Multivitaminpräparat wie fishtamin angereichert werden. Das fördert die Farbenpracht. Vielleicht konnte ich Ihr Interesse wecken, lieber Leser, und es geht Ihnen wie mir, als ich die bunten Fische zum ersten Mal sah. Einige Monate später war ein Aquarium fertig eingerichtet, und ich wartete darauf dass mein Zoofachhändler mir einen Schwarm dieser Regenbogenfische besorgen konnte. Zusammen mit einem Schwarm Eilandbarben fühlten sich meine ,,Bösemänner" pudelwohl. Texte und Bilder stammen z.T. von sera von Dieter Untergasser |







