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Der Skalar (Segelflosser) PDF Drucken E-Mail
Die Farbe der normalen Skalare, die noch in etwa der Wildform ähnelt, ist silbrig mit kräftig braunen senkrechten Streifen. Am Rücken zwischen Kopf und Rückenflosse sowie an den oberen seitlichen Körperbereichen zeigt er eine schöne metallisch blaue Farbe. Es gibt viele Zuchtformen wie den Marmorskalar, den Schleierschwanzskalar und goldene, gelbe, rote oder schwarze Farbvarianten. Da Anfänger häufig bei der Zucht nicht auf eine reine Linienzucht achten, werden auch viele Kreuzungsvarianten angeboten. Der Skalar wurde 1909 zum ersten Mal eingeführt. Aufgrund seines majestätischen Aussehens hat er sich schnell einen festen Platz in den Aquarien der Liebhaber erobert. Viele Jahrzehnte war er der "König der Aquarienfische". In den letzten Jahren wurde ihm dieser Rang vom Diskusfisch genommen. Skalare leben im mittleren Amazonas und dessen Nebenflüssen bis nach Peru und Equador. Sie halten sich hauptsächlich in tieferen Wasserschichten mit ruhiger Strömung in den Uferregionen zwischen Felsen, Wurzeln und ins Wasser ragenden Ästen auf. Ihre senkrechte Streifung ist in dieser Umgebung eine gute Tarnung.



Skalare meiden das freie Wasser, da sie aufgrund ihrer hohen Form nicht so schnelle Schwimmer sind und dann leicht das Opfer von Raubfischen werden. Das Aquarium sollte mit Wurzeln und Steinen dekoriert sein und mit robusten Pflanzen versehen werden. Ebenso ist freier Schwimmraum notwendig. Das Licht darf nicht zu hell sein. Die Skalare lieben ein eher gedämpftes Licht.

Skalare mit JungfischenBesondere Ansprüche an das Wasser stellen sie nicht. Von weich bis mittelhart bei einer Gesamthärte von 5-15 0dgH, einem pH Bereich von 5,5 bis 7,5 und einer Temperatur zwischen 23°C und 30°C wird fast jedes Wasser toleriert. Ein wöchentlicher Wasserwechsel von mindestens 10 % ist allerdings erforderlich.

Da Skalare recht große Fische sind, muß man ihnen auch ein entsprechend großes Aquarium zur Verfügung stellen. Die Wasserhöhe sollte schon 45 cm betragen, so daß ein Aquarium mit 50cm Höhe mindestens notwendig ist, wenn man den Fischen gerecht werden will. Für ein ausgewachsenes Paar muß man etwa 100 Liter Wasser rechnen. Skalare halten sich vorwiegend in den mittleren Wasserschichten auf, holen sich aber auch gerne Futter von der Wasseroberfläche oder vom Boden des Aquariums.



Skalare sind Allesfresser und aufgrund ihrer Körpergröße ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Der Speiseplan läßt sich mit der großen Auswahl von sera FD-und Flockenfuttersorten sowie Granulatfutter abwechslungsreich gestalten.

Gerade wenn ein Paar zur Balz angeregt werden soll, empfiehlt es sich, auf das FD Futter einige Tropfen sera fishtamin zu geben. Das FD Futter saugt die flüssigen Vitamine in kurzer Zeit auf und muß sofort danach verfüttert werden. So gelangen die wertvollen Vitamine direkt in den Organismus der Fische. Skalare machen gerne Jagd auf kleine Fische und sehen diese als Bereicherung ihres Nahrungsangebotes an. Darum kann man nur Fische ab einer Mindestgröße von drei Zentimetern mit ihnen vergesellschaften. Dabei ist darauf zu achten, daß die kleinen Mitbewohner nicht so hektisch herumschwimmen, die Skalare lieben es eher ruhig. Zum Vergesellschaften gut geeignet sind Bodenfische wie Antennenwelse und Corydoras sowie Schmetterlingsbuntbarsche und andere ruhige Cichliden, für die oberen Wasserschichten sind Labyrinthfische geeignet.

Die Skalare selbst können jedoch gerade bei der Balz sehr lebhaft werden. Wenn zwei Paare in einem großen Aquarium gehalten werden, ist die Einrichtung so zu gestalten, daß jedes Paar sein Revier bilden kann. Ein Aquarium mit den Maßen von 50x50x 100 cm ist dann schon notwendig.

Solange Skalare nicht geschlechtsreif sind, kann man die Geschlechter nicht unterscheiden. Darum hält man mehrere ausgewählte Jungtiere zusammen, bis sich Paare bilden. Beim ersten Ablaichen sieht man dann natürlich sofort, welches der beiden Tiere Männchen oder Weibchen ist. Nach dem ersten Laichakt fressen die Fische ihr Gelege meist wieder auf. Sie wachsen jetzt noch und müssen daher in dieser Zeit besonders gut und abwechslungsreich ernährt werden.

In Alter von etwa einem Jahr sind die Skalare ausgewachsen und können eine Höhe von bis zu 25 cm und eine Länge von 15 cm erreichen. Der erfahrene Aquarianer und Züchter kann anhand der Genitalpapille die Geschlechtsunterschiede bei den erwachsenen Skalaren erkennen. Diese läuft beim Männchen spitz zu, beim Weibchen ist die Spitze abgerundet. Die erwachsenen Männchen sind kräftiger gebaut als die Weibchen und weisen eine breitere Stirn- und Rückenpartie auf.

Möchte man die Skalare zur Zucht bringen ist es vorteilhaft, innen ein weiches, saures Wasser mit einer Gesamthärte unter 7 °dgh und einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 zu bieten. Das kann man durch Filterung über sera Schwarztorfgranulat und Zugabe von sera morena erreichen.

Am liebsten laichen die Skalare an den großen Blättern hoher Amazonaspflanzen oder an schmalen, schräg im Becken stehenden Wurzeln ab. Vorher putzt das Paar den ausgesuchten Laichplatz sauber und verteidigt das Revier sehr aggressiv gegen Artgenossen und andere Fische. Bezeichnend ist auch die Gattentreue der Skalare, ein Paar bleibt meist ein ganzes Leben zusammen. Nach dem Laichvorgang pflegen und verteidigen beide Elterntiere die Brut.

Sind die Larven aus dem Ei geschlüpft, nehmen die Eltern sie in das Maul und spucken sie meist an einem anderen Ort wieder aus. Die Larven bleiben durch das Sekret mehrerer Haftdrüsen mit dem Kopf am Substrat hängen. Bis zum Freischwimmen befächeln die Eltern abwechselnd die Larven. Danach führt immer abwechselnd ein Elternteil den Schwarm Jungfische während der andere das Revier gegen eventuelle Feinde verteidigt.

Nun müssen den jungen Fischlein frisch geschlüpfte Artemianauplien und sera mikropan als Erstfutter geboten werden. vier- bis sechsmal täglich bietet man den Jungen soviel Futter an, wie sie innerhalb von 15 Minuten auffressen. Nach zehn bis zwölf Tagen kann man mit zerriebenem sera san und sera mikrogran weiterfüttern. Auch dann ist es wichtig noch lebende Artemianauplien beizufüttern, damit die Jungfische gleichmäßig wachsen.



Heftet man sera O-nip Tabletten an die Frontscheibe, kann man die Jungen beim Fressen beobachten. Die jungen Skalare wachsen sehr schnell, und wenn sie eine Höhe von 1,5 cm bis 2 cm erreicht haben, fängt man sie vorsichtig und überführt sie in ein Aufzuchtbecken. Da solch ein Schwarm drei-hundert bis fünfhundert Jungfische umfassen kann, muß auch das Aufzuchtbecken die entsprechende Größe und einen großvolumigen Filter haben.

Es kann nun leicht notwendig werden, daß man täglich 20 % und mehr Wasser wechseln muß. Bei hoher Wasserbelastung faulen den jungen Fischlein die langen Flossen ab, was sehr unschön aussieht. Oft wachsen sie nur verkrüppelt nach.

Wer die Möglichkeit hat, ein entsprechend großes Aquarium aufzustellen, der sollte es einmal mit der Pflege von Skalaren probieren. Gelingt dann noch die Zucht, sind spannende und erkenntnisreiche Stunden vor dem Aquarium garantiert.