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Der Spritzsalmler (Copella arnoldi) PDF Drucken E-Mail
Der Spritzsalmler ist aufgrund seiner besonderen Art der Paarung und Laichpflege ein hoch interessanter Aquarienfisch. Er ist leicht zu pflegen und stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an das Wasser. Da Spritzsalmler überwiegend das obere Drittel des Aquariums bevölkern und sich äußerst friedlich gegenüber anderen Aquarienbewohnern verhalten, sind sie auch für Gesellschaftsaquarien gut geeignet.



Herkunft und Haltungsbedingungen

Der Spritzsalmler, Copella arnoldi, stammt aus dem unteren Amazonasgebiet und dem Rio Pará. Obwohl er schon Anfang des letzten Jahrhunderts eingeführt und vielfach gezüchtet wurde, ist er in den letzten zwei Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Das mag wohl daran liegen, dass in dieser Zeit sehr viele farbenprächtige Fischarten auf den Markt gekommen sind. So kann es schon etwas schwierig sein, den Fisch in Zoohandlungen aufzustöbern.

Copella arnoldi ist ein lebhafter Schwimmer, der auch den seiner Größe entsprechenden Raum dafür benötigt. Das Aquarium sollte mindestens eine Grundfläche von 80 x 40 cm aufweisen, damit die Fische sich auch bewegen können. Ein Teil der Wasseroberfläche kann von Schwimmpflanzen oder Lotusblüten bedeckt sein. Das Wasser sollte mit einer Gesamthärte von 6 – 8 °dGH und einer Karbonathärte von 3 – 5 ° dKH eher weich sein und eine Temperatur zwischen 24 und 26 °C haben. Spritzsalmler lieben keine organische Belastung des Wassers. Eine dauerhaft gute Wasserqualität erreicht man durch regelmäßigen Wasserwechsel und die Zugabe von sera aqutan. Die Filterung über Torfgranulat ist zu empfehlen, damit der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 höchstens gehalten werden kann. Ist die Verwendung von Torfgranulat nicht notwendig, reichert die Zugabe von sera morena das Wasser mit Huminstoffen an und macht es dem natürlichen Wasser der Tropen ähnlich.

Beschreibung und Ernährung

Die Männchen erreichen eine Länge von 8 Zentimetern, die Weibchen bleiben mit 6 Zentimetern etwas kleiner. Die Geschlechter sind gut zu unterscheiden. Die Weibchen sind blass in der Farbe und haben kurze Rücken-, Bauch- und Schwanzflossen, während bei den Männchen die Flossen viel länger ausgezogen sind und einen roten Randsaum haben. Die großen Schuppen der Männchen weisen perlmuttartig schimmernde Ränder auf. Im Gegensatz zu der schlanken, torpedoähnlichen Körperform der Männchen sind die Weibchen etwas dicker. Die Fische sind auch mit kleineren Arten gut verträglich und lassen sich mit anderen friedlichen und etwas lebhaften Arten, die untere und mittlere Wasserzonen bevorzugen, zusammen pflegen. Sie werden im kleinen Schwarm von 4 bis 6 Paaren gehalten. Das Aquarium muss sehr gut abgedeckt sein, da Spritzsalmler gezielt durch kleinste Lücken springen können und dann am Boden oder auf der Abdeckscheibe zu Grunde gehen. Auch im Futter ist C. arnoldi nicht übermäßig anspruchsvoll. Flockenfutter und feines Futtergranulat werden angenommen und versorgen die Fische mit den Grundnährstoffen. Zusätzlich ist eine ballaststoffreiche Nahrung notwendig. Hier bieten sich die verschiedenen FD Futtermittel an, die von den Fischen gern von der Wasseroberfläche genommen werden. Die kraftvollen Futtersorten sera GVG-mix und GVG-Menü bieten abwechselnd unterschiedliche Möglichkeiten der Ernährung.
Paarungsverhalten

Das Besondere am Spritzsalmler ist sein Paarungsverhalten und die Pflege des Laichs. Zur Zucht sollte man junge Paare verwenden, sie sind immer laichfreudig. Die Paare laichen ohne großes Vorspiel an der Unterseite schräg über der Wasseroberfläche hängender Pflanzen und Wurzeln oder an der Deckscheibe ab. Der Abstand des Substrates zur Wasseroberfläche sollte mindestens 4 cm, jedoch nicht mehr als 6 cm betragen. Die Paare suchen unter der Wasseroberfläche dicht beieinander schwimmend einen geeigneten Laichplatz. Dann springen sie blitzschnell mehrmals aus dem Wasser an das Substrat, um die Entfernung und Eignung der Oberfläche zu testen. Beim Ablaichen halten sie sich mit Flossen und Unterkiefer an dem Blatt fest. Bei jedem Sprung heftet das Weibchen eine unterschiedlich große Anzahl Eier an das Blatt und gleitet dann zurück ins Wasser. Das Männchen befruchtet die Eier jedes Mal sofort und lässt sich dann ins Wasser fallen. In vielen Sprüngen werden durchschnittlich 100 Eier große Gelege auf einer etwa 4 x 4 cm großen Fläche abgelegt.

Das Männchen übernimmt nun die Pflege der Eier, indem es ständig äußerst zielsicher mit der Schwanzflosse Wasser spritzt. Die Temperatur des Geleges sollte zwischen 24 und 26°C konstant sein. Dabei muss man beachten, dass hier nicht nur die Wassertemperatur, sondern auch die Temperatur der über dem Wasser stehenden Luft unter Einfluss auf das Gelege hat. Starke Luftbewegung führt zu einer erhöhten Verdunstung an der Oberfläche der Eier und damit zur Abkühlung des Geleges.


Aufzucht der Brut

Bei einer Temperatur von 26°C schlüpfen die Larven nach 24 Stunden und werden mit dem Spritzwasser ins Aquarium gespült. Hier hört die Brutpflege auf und die Eltern und andere Beckenbewohner sehen die Jungen als willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan an. Wer die Fische züchten möchte, sollte den Laich mit dem Substrat in ein Zuchtbecken mit dem gleichen Wasser überführen und bei 26°C erbrüten. Nach drei Tagen schwimmen die Jungen frei. Sie sind sehr klein und empfindlich gegen organische Belastung des Wassers. Erst nach dem Freischwimmen wird gefüttert. Es werden nur kleinste Infusorien als Nahrung angenommen. Wer keine Pantoffeltierchen oder Rädertierchen ziehen kann, sollte es während der ersten drei Tage mit Staubfutter versuchen. Eine Messerspitze Staubfutter wird in etwas 3 ml Wasser aufgeschüttelt und dann mit einer Pipette aufgenommen und in Richtung des Schwarmes gespritzt. Nach drei Tagen können schon Infusorien angeboten werden, und nach eineinhalb Wochen nehmen die Jungen schon frisch geschlüpfte Artemianauplien gierig an. Eine äußerst hochwertige Nahrung für Jungfische stellen sera FD Cyclops dar. Sie enthalten einen hohen Anteil an Vitaminen sowie essentiellen ungesättigten Fettsäuren und Eiweißen.

Neugierig geworden? Vielleicht versuchen Sie es einmal mit dem Spritzsalmler und studieren sein ungewöhnliches Verhalten -es lohnt sich auf jeden Fall! Sofern wir den Fisch nicht da haben, versuchen wir diesen für Sie zu bestellen.

von Dieter Untergasser